Im Dreivierteltakt des Donauwalzers tanzt Österreich hinüber ins neue Jahr. Langsam, zögernd in den ersten Takten, nicht so richtig fröhlich, aber auch nicht wirklich traurig. Der Walzer hat eben von allem was. Allmählich lässt sich der Rhythmus gewinnen. Viele werden die ersten Schritte hinüber ins neue Jahr ebenso zögernd setzen. Wieder ist es ein Jahreswechsel, in dem Kriegsdrohungen die Friedensbotschaften übertönen. Werden die Drohungen umgesetzt, so wird es aus mit dem Walzer sein. Flüchtlinge tanzen nicht – sie laufen ums Leben.
Ob das Jahr gut oder schlecht werden wird? Wer weiß? Was Christen freilich wissen, ist, dass sie auf ihren Gott nicht nur in guten Zeiten zählen können. Die Zukunft wird weniger davon abhängen, ob die Zahl der Optimisten jene der Pessimisten übertrifft, sondern davon, ob Menschen den Mut aufbringen werden, das Ihre zum Gelingen des Lebens beizutragen – und ob sie dabei nicht nur an das Wohl ihrer selbst oder ihrer Nation denken, sondern an das Wohl aller Menschen.
Für den möglicherweise zögernden ersten Schritt ins neue Jahr haben Christen einen guten „Schrittmacher“. Sie leben in der Gewissheit, dass – wie die Schrift es sagt – „einer vorausgegangen“ ist. So kennt man die Richtung, die es einzuschlagen gilt. Da ist es gar nicht so unpassend, dass nicht der kriegerische Marsch zum Jahreswechsel den Ton angibt, bei dem sich nur nebeneinander marschieren lässt, sondern der Walzer – der sich miteinander tanzen lässt.