Vor rot-grünem Hintergrund lacht er vom Plakat: Marcelo Sahulga von den Philippinen wirbt für die Missio-Sammlung am 6. Jänner.
Marcelo Sahulga ist es direkt unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen. Seit jedoch der Filipino von Zigtausenden Plakaten in allen Pfarren Österreichs herunterlacht, hört er immer wieder: „Jetzt bist du ein berühmter Mann!“ – und er lacht. Die Freude, die P. Marcelo auf dem Plakat ausstrahlt, kommt von Herzen – keine künstliche, wie so oft bei Models der Werbewelt. Auch mit der Sammlung für die weltweite Priesterausbildung, die das Plakat bewirbt, kann sich der 36-Jährige voll identifizieren. Im Priesterseminar in Tagaytay, wo er von 1994 an Theologie studierte, wurde schließlich einigen Mitbrüdern das Studium aus Österreich finanziert. Zwar hätten auch seine Eltern, Marcelo hat sieben Geschwister, das Geld nie gehabt. Aber bei dem Spätberufenen war das anders. Nach einem Technikstudium arbeitete „Mars“ drei Jahre bei „Philippine Airlines“.
Dass ausgerechnet sein Kopf es ist, der heuer das Missio-Plakat ziert, bringt P. Marcelo auf einen weiteren Gedanken: „Österreich ist auch ein Missionsland“, sagt der Filipino, der seit 27 Monaten in Wien lebt. 1999, bei seiner Priesterweihe, durfte der Steyler-Missionar drei Wunschländer angeben: China, Japan oder Europa – „mittlerweile bin ich gerne hier. Die Herausforderung ist groß.“ Denn zu abgehoben von den Menschen sei die Kirche für ihn. Weder „Kleriker“ brauche es noch „Hochwürden“, sondern „Priester, die zuerst Mensch sind. Und was Kreativität und Veränderung in der Kirche betrifft, so muss man hier immer sehr vorsichtig sein“, meint der Europa-Missionar.