Die wirtschaftliche Schwäche wirkt sich stark auf den Arbeitsmarkt aus. Besonders betroffen sind Jugendliche.
Auf den ersten Blick steht Oberösterreich bei der Arbeitslosenstatistik relativ „gut“ da: Mit 4,4 Prozent Arbeitenquote ist es das Bundesland mit den besten Werten. Aber mehr als ein Fünftel dieser Arbeitslosen sind Jugendliche. Für Christian Winkler von der bischöflichen Arbeitslosenstiftung sind vor allem die langfristigen Trends wichtig: „Die Jugendarbeitslosigkeit ist überproportional gestiegen.“
Lage verschärft sich
Seit längerem sparen viele Betriebe Ausbildungsplätze ein, mit der Konjunkturschwäche verstärkt sich der Trend. Besonders schwer haben es Jugendliche mit Handicaps: sei es, dass sie aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, körperlich oder gesundheitlich beeinträchtigt sind oder ein niedriges Bildungsniveau aufweisen. Hier muss mit Förderungs- und Ausbildungsprojekten geholfen werden. Mit ihrer Aktion „Brot statt Böller“ weist die Katholische Jugend in Oberösterreich einerseits auf die Probleme dieser Jugendlichen hin. Besonders bitter war für Margret König vom Forum Arbeit der KJ, dass es im Wahlkampf zu keiner Diskussion langfristiger Lösungen gekommen ist.
Der Verkauf des „Soli-Böller“ andererseits kommt zwei konkreten Förderprojekten zugute: Das Projekt „Buntspecht“ des Vereins Bildungszentrum Salzkammergut fördert Jugendliche beim Erlernen sozialer Kompetenzen und beruflicher Fähigkeiten im Berufsfeld Tischler/in. Das Übungshotel „riverside“ der Rieder Initiative für Arbeitslose (RIFA) vermittelt lernschwachen Jugendlichen Grundqualifikationen im Gastgewerbe.
Auch die bischöfliche Arbeitslosenstiftung unterstützt zahlreiche Projekte ideell und/oder finanziell, die sich um die Qualifizierung von arbeitslosen Jugendlichen kümmern. Denn nur mit einer gehobenen Qualifikation steigen die Chancen, eine der immer rarer werdenden Lehrstellen zu ergattern.