Es war ein Feiern, als hätte Brasilien schon wieder die Fußball-WM gewonnen. Dabei war es „nur“ die Amtseinführung des neuen Präsidenten Luiz Inàcio „Lula“ da Silva. Erstmals seit der Herrschaft der Militärs ist damit einer von ganz unten – ein Metallarbeiter – in den Palast des Präsidenten eingezogen. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an ihn: nicht nur dass seine Partei über die Jahre von Korruptionsskandalen frei geblieben ist. Auch seine Ansage vom 2. Jänner lässt viele aufhorchen: drei Mahlzeiten pro Tag für alle, das wolle er in die Tat umsetzen. In dem an sich reichen Brasilien, wo 15 Millionen hungern, ein großes Ziel und eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
Walter Achleitner
Begehrte Spenden
„Licht ins Dunkel“-Organisator Kurt Bergmann hat die künftige Regierung aufgefordert, ihre Begehrlichkeiten auf Spenden für soziale Zwecke einzudämmen. Beispielsweise seien Spenden für die Ameisenforschung steuerlich absetzbar, jene für ein Behindertenheim aber nicht. Auch kassiere der Staat KESt von den Zinsen, die soziale Organisationen für zwischenzeitlich bei Banken deponiertes Spendengeld erhalten. Und schließlich fallen noch Erlagscheingebühren an. Kirchliche Organisationen mahnen mehr staatliche Bescheidenheit seit Jahren ein. Ob Bergmanns Vorschlag umsetzbar ist, bleibt dennoch abzuwarten. Er riet, dass sich die betroffenen Organisationen zusammensetzen und einheitlich vorgehen. Viele Spendenverwalter haben aber gar kein Interesse, sich in die Karten schauen zu lassen. „Wir haben eine KESt-Befreiung, aber ich will keine schlafenden Hunde wecken“, reagierte etwa ein Spenden-Referent.