Der Verein I.S.I. hat in ganz Oberösterreich 13 Standorte für Streetwork
Ausgabe: 2003/02, Verein ISI, Streetwork, Jugendliche,
07.01.2003
- Ernst Gansinger
Der Verein I.S.I. („Initiativen Soziale Integration“) ist ausschließlich mit Streetwork befasst. Pro Jahr betreut er bis zu 300 Jugendliche intensiv.
„Eine Bekannte ist drogenabhängig, was tun?“ - Auf diese Frage, kurz vor Weihnachten 2002 ins Gästebuch des Vereins I.S.I. eingetragen, antwortete Geschäftsführer Lothar Jochade: „Ich denke, du hast zwei wichtige Dinge schon getan: Ein Problem, das offensichtlich ist, klar angesprochen und dir Unterstützung gesucht. ... Wichtig ist, dass du dir selber ziemlich klar bist, was du willst und deine Grenzen auch konsequent vertrittst (z. B keine „Geldgeschenke“ zu machen oder dich in nichts hineinziehen zu lassen, z. B. unter dem Motto: „Du weißt ja nicht, worum es geht, du hast noch nie ... genommen, probier das doch mal aus!“) Jochade rät der Fragestellerin zwei Internetseiten, wo sie spezielle Drogenberatungsangebote findet, darunter die oberösterreichische Adresse: www.praevention.at. Nähere Infos seien auf direkterem Weg als dem Umweg über das Gästebuch auszutauschen. Das ist ein – bei weitem nicht das gravierendste – Beispiel, wofür Streetwork Anlaufstelle ist.
Streetwork heißt nachgehende Jugendarbeit. Das Land Oberösterreich hat mit zwei Trägervereinen (I.S.I. und für Linz „Jugend und Freizeit“) 1996 deren Ausbau beschlossen. Die Jugendlichen, um die sich die Streetworker/innen kümmern, kommen nicht in Beratungsstellen und Ämter. Die Streetworker/innen treffen sie in den Parks, Lokalen und Fußballstadien. In „kritischer Sympathie“ sind sie bei den Jugendlichen am Rand der Gesellschaft und helfen bei der Verbesserung der Lebenssituation von Jugendlichen. Streetwork weist auch auf notwendige sozialpolitische Veränderungen hin. Denn die Jugendlichen sind Seismographen der Gesellschaft. Gewalt, Vandalismus, Drogen, politischer Radikalismus sind Warnsignale.
Im Jahr 2000 übernahm die Caritas das „Haus für Mutter und Kind“, die „Integrierte Wohngemeinschaft Sandgasse“ und die Wohn- und Lerninitiative „Wabe“ sowie die Jugendwohngemeinschaften. Der Streetworkbereich blieb bei I.S.I., dessen Obmann der Linzer Malermeister Otto Hirsch ist. Bischofsvikar Josef Mayr, der jahrelang I.S.I. leitete, ist Ehrenobmann. Die dreizehn Standorte von I.S.I.: Bad Ischl, Braunau, Freistadt, Gmunden, Leonding, Linz, Perg, Ried/I., Schärding, Steyr, Traun, Vöcklabruck und Wels.