80.000 Jugendliche trafen sich in Paris – auch Oberösterreich war vertreten
Ausgabe: 2003/03, Taizé, Jugendtreff, Workshops
14.01.2003
Zum Jahreswechsel fand in Paris das 25. Europäische Jugendtreffen der Brüder von Taizé statt. Alois Riedl aus Puchkirchen berichtet von seinen Eindrücken.
Auf dem „Pilgerweg des Vertrauens“ trafen sich auch heuer über Silvester wieder 80.000 Jugendliche beim „Europäischen Jugendtreffen der Brüder von Taizé“ in Paris. Dieses Treffen findet jedes Jahr in einer anderen europäischen Metropole statt. Ich war bereits vor zwei Jahren in Barcelona und letztes Jahr in Budapest mit dabei. Zum ersten Treffen fuhr ich eigentlich nur aus Neugier und um mal nach Barcelona zu kommen.
Bei Taizé geht es um mehr
Mir wurde sehr schnell bewusst, dass es bei Taizé um mehr geht als nur zu beten oder fremde Städte zu besuchen! Taizé wurde für mich zu einem Vorbild an Toleranz, Gemeinschaft und Ökumene. Da es sich bei der Gemeinschaft von Taizé um eine Mischung aus verschiedenen Konfessionen handelt, wird gerade hier Ökumene aktiv gelebt. Diese Treffen beweisen auch jedesmal wieder wie Jugendliche in Frieden und Toleranz gemeinsam feiern können. Wo sonst treffen so viele Jugendliche aus ganz Europa zusammen, ohne dass es dabei zu größeren Streitigkeiten oder gar Gewaltausbrüchen kommt? Gerade bei den Gebeten mit den Brüdern in den drei Hallen, in denen sich jeweils 25.000 Jugendliche versammeln, wird einem der Gedanke von Taizé so richtig bewusst. Am Vormittag fanden täglich Kleingruppengespräche in den Pfarren statt, in denen wir einquartiert waren. Hier behandelten wir entweder Bibelstellen oder sprachen mit Menschen aus der Pfarre, die über ihr Leben und Wirken erzählten. Nachmittags wurden verschiedene Workshops angeboten, bei denen man dem Glauben auf den Grund gehen konnte. Natürlich blieb nebenbei auch noch Zeit, sich Paris anzusehen und auf den Champs Élysées bummeln zu gehen. Am Silvestertag trafen wir uns um 23 Uhr in der jeweiligen Pfarrkirche zum Gebet für den Weltfrieden. Um Mitternacht wurde zuerst in der Kirche und dann im Pfarrzentrum gemeinsam mit rund 300 Jugendlichen aus sechs Staaten Europas Silvester gefeiert. Auch dies ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Zum Ausklang des Treffens wurden wir von unseren Gastfamilien zu einem Neujahrsessen eingeladen. Ich habe sehr oft überlegt und auch versucht Taizé zu erklären, bin aber immer wieder zu dem Entschluss gekommen: Taizé kann man nicht erklären, Taizé muss man erleben!