Seine Ernennung zum Sekretär für die Beziehungen zum Judentum im Vatikan ist für P. Norbert Hofmann ein Signal für den Generationenwechsel.
Offiziell ist Norbert Hofmann in der Via dell’Erba seit 1. Dezember tätig. Sozusagen „ins Wasser geworfen“ wurde er schon Wochen zuvor, als der promovierte Alttestamentler an der Salesianerhochschule Benediktbeuern die Aufgabe des Sekretärs der „Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum“ im Vatikan übernommen hatte. „Man wird hergesetzt und muss funktionieren“, meint Dr. Hofmann schmunzelnd über die ersten Wochen. Nur einer seiner Amtsvorgänger habe dem vor 43 Jahren im fränkischen Ebermannstadt Geborenen einen Rat gegeben: Geduld, Geduld, Geduld! „Und in der übe ich mich“, erklärt er. Doch das dürfte dem Salesianerpater, der in der Jugendarbeit lange Zeit engagiert war, ehe er die bibelwissenschaftliche Laufbahn mit Studien in Luzern, Zürich und Rom einschlug, nicht so ganz leicht fallen. Seine Ernennung zum Sekretär der von Kardinal Kasper geleiteten Kommission sieht Hofmann daher auch als „Generationenwechsel“. Die Protagonisten haben ein Alter erreicht, das es notwendig mache, für das Gespräch zwischen Juden und Christen junge Menschen zu begeistern. Dass katholischerseits an der Beziehung zum Judentum zwei Deutsche federführend tätig sind, versteht er als „große Chance mit historischer Verantwortung. Klar, ich gehe vorsichtiger heran.“ Und es sei sehr berührend, wenn Holocaust-Überlebende ihm, dem Deutschen, ihre „Lebensgeschichte ohne Groll und Hass erzählen. Das ist für mich etwas ganz Großartiges. Da kann ich nur staunen, wie Menschen auch fähig sind zu vergeben.“