Ausgabe: 2003/04, Gewissen, Mittelmeerküste, Fluten, Italien, Kothgasser, Hoffnung, Not
21.01.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Gewissensfrage
Meldungen über das menschliche Treibgut an spanischen und italienischen Mittelmeerküsten löst nördlich der Alpen kaum noch Beachtung aus. Dabei kommen hunderte Menschen jedes Jahr auf ihrem Weg nach Europa in den Fluten ums Leben. Alleine vor der Küste Italiens waren es 77 im letzten Jahr. Und die Zahl der Vermissten ist noch viel höher. Um so deutlichere Worte finden die Anrainer: „Diese Toten belasten unser Gewissen“, meint der Erzbischof von Apulien, nachdem erst am Wochenende für sechs irakische Kurden die Überfahrt tödlich endete – 18 weitere werden vermisst. Doch solange es keinen Frieden im Nahen Osten gibt und der Westen den ärmsten Ländern Herz und Geldbeutel nicht öffnet, solange wird die Immigration endlos weitergehen. Und damit der grauenhafte Tod vor Stränden, mit denen viele lebendige Erinnerungen an den Urlaub verbinden.
Walter Achleitner
Verstanden
Am vergangenen Sonntag sah man in und rund um den Salzburger Dom viele frohe Gesichter. Aus vielen Menschen sprudelte es geradezu heraus, wie sehr sie sich über den neuen Erzbischof Alois Kothgasser freuten. Fragte man nach dem Grund der Freude, dann wurde deutlich, was sich die Menschen von der Kirche erwarten. Kothgasser, so hörte man, redet auch im festlichen Dom wie ein ganz normaler Mensch; schon in seiner Sprache geht er auf die Leute zu, will verstanden werden. Und man glaubt ihm, wenn er sagt, dass er die Sorgen und Nöte, die Freude und Hoffnung der Leute hören und ernst nehmen will. In Liebe miteinander den Menschen Christus nahebringen, dieses Anliegen Kothgassers scheinen viele verstanden zu haben.