An Iraqi woman holds her child as she looks out her house at the United Nations arms inspection team, before they searched the nearby al-Sawari facility for weapons of mass destruction, 30 km north of Baghdad, December 16, 2002. U.N. arms teams set
Die Menschen im Zweistromland wollen endlich in Frieden leben
„Keine Panik! Das ist Alltag“, sagt Erzbischof Gabriel Kassab, wenn in Basra Sirenen heulen und Fliegeralarm auslösen.
Gabriel Kassab wirkt angespannt. Der chaldäisch-katholische Erzbischof will so viel erzählen und erklären, damit Politiker und Militärs endlich begreifen, „wie unsinnig ein Krieg gegen den Irak ist“ – wie viel Leid er der Bevölkerung zufügen würde. Unwirklich friedlich wirkt dagegen der Bischofssitz in Basra. Im Hof spielen muslimische und christliche Kinder miteinander.
Doch schon ein paar Meter weiter wird das Leid der Menschen sichtbar. Wie ein einziger Slum wirkt die Hafenstadt im Südirak. Schon im Krieg gegen den Iran, von 1980 bis 1988, wurde Basra täglich mit einem Bombenteppich überzogen. Drei Jahre später, im „Wüstensturm“, war die Stadt neben Bagdad Hauptangriffsziel der „Alliierten“. Seither kontrollieren US-Kampfjets die Flugverbotszone südlich des 33. Breitengrades. Erfasst sie irakisches Radar, dann erfolgt sofort militärische Vergeltung. Dass die Bomben auch Zivilisten töten, hält die Angst vor dem Krieg wach.Erholt von den Kriegen hat sich die zweitgrößte Stadt des Landes nie. Zwölf Jahre UN-Sanktionen haben das einst hoch entwickelte Land in ein Armenhaus verwandelt. Ganze Viertel verfügen noch immer nicht über Strom und eine Trinkwasserversorgung.
Tödlicher Alltag
Mehr noch als in Bagdad kämpfen die Menschen hier ums Überleben. Kaum einer verfügt über einen Arbeitsplatz. Kinder betteln auf den Straßen. Die Zahl der Analphabeten steigt. Schule ist zum Luxus geworden in dem Land, das einst für seine hohe Bildung berühmt war.
Weder Schulbücher noch wissenschaftliche Artikel gelangen durch die Schleusen des Embargos in das Zweistromland. Doch viel schlimmer als das: Als unmittelbare Folge des Embargos, so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, verlieren Monat für Monat mehr als 5000 irakische Kinder den Kampf gegen den Tod.
In den heruntergekommenen Krankenhäusern der Stadt liegen die eigentlichen Opfer des Konfliktes. „Es sind vor allem die Kranken und Alten, die zu Opfern der großen Politik wurden“, so der Erzbischof: „Wäre das Embargo nicht, müsste niemand Hunger leiden! Wir hätten sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen.“ Denn Basra zählt zu den reichsten Erdölgebieten der Welt. „Aber das Leben der Stadt ist wie gelähmt.“ Viele Bewohner leiden an Depressionen, die meisten Kinder an Unterernährung.
Plötzlich Fliegeralarm – der Auftakt des Krieges? Erzbischof Gabriel wiegelt ab: „Keine Panik! Das ist Alltag hier.“ Während er scheinbar unberührt weiter vom Schicksal der Menschen spricht, hat sich im Hof Angst breit gemacht. Im Sirenengeheul fangen die Kinder an zu schreien und zu weinen.
Wir brauchen eine Zukunft
Über das entschiedene „Nein!“ auch der US-Bischöfe zum möglichen Angriff auf den Irak habe er sich gefreut – auch deshalb, weil viele chaldäische Katholiken in den USA leben: Detroit ist heute ihre „geheime Hauptstadt“. Jetzt wünscht sich Erzbischof Gabriel vor allem, dass Washington nicht nur an Kriegsvorbereitungen, sondern auch an einer friedlichen Regelung des Konflikts arbeite. Die Menschen im Irak, sagt er, „brauchen wieder eine Zukunft. Sie haben genug gelitten.“
MEINE MEINUNG
Für den Frieden?
„Die Mitte der Heiligen Schrift ist für uns der Friedensstifter Jesus Christus, der ,unsere Füße auf den Weg des Friedens gestellt‘ hat. Der Frieden auf Erden ist unser aller Aufgabe, Wunsch und Anliegen für alle Menschen. So bitte ich sehr, im Gebet für den Frieden gemeinsam vor Gott zu treten.“
Mag. Hansjörg Eichmeyer, Superintendent der evangelischen Kirche in OÖ
„Der Friede hat seine Bewährungsprobe dort, wo er gefährdet ist. Mit unserem Beten und Fasten stellen wir uns in den Willen Gottes, der in Christus den entwaffnenden Weg der Nächstenliebe, ja der Feindesliebe eröffnet hat. Niemals dürfen Menschen ihre eigene Sicherheit und ihren Wohlstand um den Preis des Lebens anderer Menschen erkaufen.“
Maximilian Aichern, Bischof von Linz
„Ich mache bei der Aktion ,Fasten und beten‘ mit, weil ich glaube, dass nicht alles machbar ist. Wo die Machbarkeit aufhört, dort können wir anfangen. Beten und Fasten sind die althergebrachten Tätigkeiten und Zeichen, die uns unser Glaube schenkt. Wir legen unsere Anliegen in die Hand dessen, bei dem der Friede wohnt.“
Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Aktion in Oberösterreich
DIE AKTION
Machen Sie mit!
Der Krieg im Irak wird immer wahrscheinlicher, der Friede im Heiligen Land rückt in immer weitere Ferne.Deshalb rufen Pax Christi Österreich, die Initiative Christlicher Orient, die Katholische Aktion Österreichs und die Kirchenzeitung zur gemeinsamen Aktion „Fasten und beten für den Frieden“ auf. Sie wollen damit der Ohnmacht des Einzelnen begegnen und ein geistiges Netzwerk des Friedens schaffen. Die Kirchenzeitung wird laufend eine „Fastenbilanz“ publizieren und somit einöffentlich sichtbares Zeichen für den Frieden setzen. Machen Sie mit, stellen Sie der Logik der Gewalt die sanfte Kraft des Betens und Fastens gegenüber!Fasten und beten sind aber auch eine Einladung, unseren Beitrag zu Frieden in unserem alltäglichen Leben zu bedenken. Wenn viele kleine Friedensschritte tun, ändert sich das Friedensklima in der Welt. Davon ist der Papst überzeugt und ruft in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag (1. 1. 03) eindringlich zu einer Kultur des Friedens im Alltag auf.
Aktuelle Informationen zur Aktion „Fasten und beten für den Frieden“ finden Sie im Internet: www.kirchenzeitung.at
Zeichen des Friedens
Fasten für den Frieden
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