Hinter dem Blätterwald der Zeitungen und Zeitschriften gähnt ein riesiger Abgrund. Strukturkrise wird jenes Phänomen genannt, das sich vor allem in den großen Verlagshäusern breitmacht.
Nach den fetten Jahren hat die Schwäche der Börsen zu einer Verlagskrise geführt. Die in Zeiten der Globalisierung scheinbar einzig logische Konsequenz: Einsparungen, auch in den Redaktionen. Publizistikwissenschaftler haben schon Befürchtungen geäußert: Weniger Menschen für die selbe Arbeit – das muss sich auf die Qualität des Journalismus auswirken.Vor 80 Jahren wurde Franz von Sales Patron der Journalisten (siehe S. 28). Am 24. Jänner war sein Fest. Gerade jetzt sollten die Verlagsverantwortlichen daran denken, dass Journalismus nicht nur Beruf, sondern auch Berufung ist.
Es geht nicht nur ums Geldverdienen, sondern vor allem um die gesellschaftlich wichtige Aufgabe von Kontrolle und Information. Jetzt in den Redaktionen abzubauen, führt zu einer Schwächung des Journalismus. Wer weiß, was dann an die Stelle eines verantwortungsbewussten Journalismus tritt. Was jetzt angeblich eingespart wird, kommt der Gesellschaft später teuer zu stehen!