Ihr persönliches Fasten für den Frieden sieht Marie Dennis nur als kleinen Beitrag im weltweiten Bemühen: den drohenden Krieg zu verhindern.
„Der 20. Jänner war ein guter Tag, um mein zehntägiges Fasten zu beginnen“, erklärt Marie Dennis. Denn am Feiertag für den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King waren in den USA Hunderttausende für den Frieden auf die Straße gegangen. Ähnlich sei es, so die Vizepräsidentin der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“, mit dem Fasten: „Ich habe mich einer großen Gemeinschaft weltweit angeschlossen, die noch immer hofft, dass wir diesen Krieg verhindern können.“ Begonnen haben die Fastenwelle bereits im September Dominikaner vor der UNO. Seit November fastet und betet eine Gruppe von Frauen vor dem Weißen Haus. Auf Dennis’ Einladung zum Mitfasten hat die seit über 40 Jahren engagierte Friedensaktivistin Zusagen aus aller Welt erfahren: von China über Mosambik bis El Salvador. Auch beruflich knüpfte Marie, Mutter von sechs erwachsenen Kindern, an Netzen. Bei Maryknoll ist sie Direktorin der Abteilung für „Globale Angelegenheiten“. Die Lateinamerikaexpertin trägt den Einsatz für Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung des angesehenen US-Missionsordens in die Politik: ins Weiße Haus, in die Weltbank und die UNO. Darüber hinaus ist sie seit 1986 in der Assisi-Gemeinschaft engagiert, deren Mitglieder geloben, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Mitte der 90er Jahre war Dennis Vorsitzende von Pax Christi USA, wofür sie den Ehrentitel „Botschafterin des Friedens“ erhielt. Dass sie nur zwei Kilometer vom Weißen Haus entfernt lebt und arbeitet, „ist gegenwärtig sehr entmutigend“.