Noch immer heißen sie die Energieferien. Nicht, weil gestresste Schülerinnen und Schüler am Ende des Wintersemesters dringend Energie tanken müssen. Bis in die frühen Siebzigerjahre gab es zwischen Weihnachts- und Osterferien nur ein kurzes Aufatmen zum Semesterzeugnis. Die Weltpolitik hat schließlich auf den Schulplänen Österreichs und Deutschlands die Energieferien gebracht.
Am 6. Oktober 1973 begann der Jom-Kippur-Krieg zwischen Israel und Syrien. Schnell weitete er sich in der ganzen Region aus. Um ihren politischen Forderungen an Israel Nachdruck zu verleihen, drosselten die arabischen Staaten des Nahen Ostens ihre Erdölproduktion, verhängten Lieferboykotts und erhöhten die Preise. Benzin wurde teure Mangelware.
Energiesparen war nun in den Industriestaaten angesagt. Jeder österreichische Autobesitzer musste sich für einen „autofreien Tag“ entscheiden. An der Windschutzscheibe war dieser mit einer Plakette zu markieren. Die Sommerzeit wurde eingeführt, um Energie zu sparen. Schließlich wurden die „Energieferien“ eingeführt. 1974 genossen die Buben und Mädchen erstmals die zusätzliche Ferienwoche. Bald zeigte sich, dass der Tourismus davon enorm profitieren würde, und niemand fragt mehr, ob nicht heute die Energieferien mehr Energie erfordern, als sie einsparen. Aus den Energieferien wurden die ganz gewöhnlichen Semesterferien.
Unter welchem Begriff ist die 1973 ausgebrochene Energiekrise in die Geschichte eingegangen?
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