Mit einem neuen Gesetz wird die koptisch-orthodoxe Kirche in Österreich anerkannt. „Wir sind nicht länger Kirche zweiter Klasse“, sagt ihr Bischof in Österreich, Mönch Gabriel.
Wenn Bischof Gabriel über die koptischen Christen in Österreich redet, dann strahlt er Zuversicht aus. Und das nicht erst seit Dienstag vergangener Woche, als das „Orientalische Kirchengesetz“ dem Ministerrat vorgelegt wurde. Wird es auch vom Parlament verabschiedet, dann kann die koptisch-orthodoxe Kirche als 13. Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt werden. War schon die Gesetzeswerdung ökumenisch geprägt, so werden diese Paragraphen die Ökumene erleichtern. Denn die in Ägypten beheimatete Kirche ist stolz, die Tradition der Urchristen bewahrt zu haben. Doch den 5000 in Österreich lebenden Kopten war die staatliche Anerkennung bisher verweigert. Das traf nicht nur ihren Papst Schenuda III.schwer. Nun kann der 117. Nachfolger des hl. Markus die Zusammenarbeit mit Pro Oriente wieder intensiver gestalten. Denn „wir sind nicht mehr länger Kirche zweiter Klasse“, erklärt Bischof Gabriel.
Der 43-jährige Mönch wurde im Jahr 2000 erster koptischer Bischof in Österreich. Seither belebt der Oberägypter die Gemeinden. In Niederösterreich entsteht ein Kloster zum hl. Antonius dem Großen: der Kopte begründete das christliche Mönchtum im 4. Jahrhundert. Gleich alt ist das Kloster zum hl. Bishoi in der Wüste zwischen Kairo und Alexandria, wo Kalil 1992 die Mönchsweihe und den Namen Gabriel empfing. „Die Zeit der Einsamkeit mit Gott waren meine schönsten Jahre.“ Um „dieser Sehnsucht des Herzens“ nachzukommen, hatte er nach sieben erfolgreichen Jahren sogar seinen Beruf als Arzt an den Nagel gehängt.