Es gibt Schwierigkeiten, doch es geht bergauf. Diese Einschätzung treffen die Mitarbeiter/innen der Caritas im Zusammenhang mit Österreichs unmittelbaren Nachbarn unter den ehemals kommunistischen Staaten. Doch es gibt auch Länder, in denen die Situation nach wie vor äußerst schwierig ist. Kinder leben in Abbruchhäusern, in Kanallöchern, in alten Zugwaggons.
Die Caritas betreut solche Mädchen und Buben in Straßenkinder-Zentren und in Waisenheimen. Sie gibt ihnen die Chance, eine Schule zu besuchen. Am kommenden Sonntag, 9. Februar, wird in den Kirchen Oberösterreichs für die Menschen in Osteuropa gesammelt. Neben der unmittelbaren Nothilfe geht es auch um den Aufbau seelsorglicher Grundstrukturen. Die Diözese Linz hat mit einer Reihe von Diözesen in Weißrussland, Rumänien, im ehemaligen Jugoslawien oder in Tschechien Partnerschaften geschlossen. Im Bereich kirchlicher Nachbarschaftshilfe ist die Osterweiterung längst Wirklichkeit.
Hilfe auch für die Not der Seele
Diözese Linz hilft Partnerdiözesen in Ost- und Südosteuropa
Jeden Zehnten des Monats beten wir in unserer Kathedrale in Minsk für unsere Wohltäter, sagt Weihbischof Kyrill. Auch für die Wohltäter aus Oberösterreich.
Weißrussland ist eines der Haupt-Zielgebiete der Caritas von Oberösterreich. Die Errichtung des Sozialzentrums von Borowljani ist das derzeit größte Projekt der Auslandshilfe der Caritas Oberösterreich. Doch auch die Seelsorge-Anliegen in ehemals kommunistischen Ländern sind groß. Auch hier kommt Hilfe.P. Jakob Förg aus Salzburg ist ein Kenner der Situation in Weißrussland, am Baltikum und in der Ukraine.
Als er letzten Oktober im Osten Weißrusslands in der Gegend um Gomel war, erlebte er neben der großen materiellen Armut auch die geistige Seite. Viele Menschen haben seit über 70 Jahren keinen Priester mehr gesehen oder eine Kirche betreten können.
Mit seiner Unterstützung, auch mit Mitteln der Ostsammlung der Diözese Linz, entstand nach 1990 der Verlag „Pro Christo“. Verlagsmitarbeiterin Alina Novikova weiß um den riesigen Bedarf an religiöser Literatur. Vor allem die Kinderbücher der österreichischen Autorin Lene Mayr-Skumanz erfahren nun große Verbreitung. Das Buch „Wenn du meinst, lieber Gott“ ist neben anderen Ostsprachen erstmals auch in Weißrussisch erhältlich, ebenso die „Geschichten von Tino und Tina“. Die Autorin und ihr Verlag verzichten dabei auf ihre Tantiemen. Durch Spenden aus dem Westen können die Bücher verbreitet werden, denn für Menschen in Regionen, in denen ein Gehalt nur 9 bis 10 Dollar im Monat beträgt – Universitätsprofessoren verdienen 30 Dollar im Monat – sind Bücher unerschwinglicher Luxus. Für die religiöse Bildung aber sind sie äußerst wichtig.
„Mehr als wissenschaftliche Bücher durchdringen Kinderbücher die menschliche Seele“, meint der Basilianermönch P. Vasyl aus Lemberg. Die Bücher von Lene Mayer-Skumanz sind auch in Litauen, Lettland und in der Ukraine heiß begehrt. Schon 150.000 Exemplare wurden verbreitet. Besonders erfolgreich ist eine Jugendzeitschrift des Verlages in russischer Sprache, die nun im Raum der ehemaligen Sowjetunion verbreitet wird. 300.000 Exemplare beträgt bereits die Auflage.
Bei der Verbreitung der Bücher aus dem Verlag „Pro Christo“ kommt ein MIVA-Fahrzeug zum Einsatz, das im Vorjahr zollfrei nach Weißrussland gebracht wurde. Dieses Auto hat die Diözese Linz mitfinanziert.
„Die jahrzehntelange Unterdrückung jeder caritativen und sozialen Eigeninitiative durch den kommunistischen Staat und der plötzliche Zusammenbruch der Staatswirtschaft ließen riesige Probleme entstehen“, meint der mit der Osthilfe der Diözese Linz betraute Dipl.-Ing. Hubert Lehner. Dazu kämen die Begleiterscheinungen einer zügellosen Marktwirtschaft. Alte, Familien, behinderte litten am stärksten unter unvorstellbaren Nöten.
So helfen Sie
In der Ausgabe der Kirchenzeitung Nr. 6 liegt ein Erlagschein bei. Mit Ihrer Spende werden caritative und pastorale Projekte in den Partnerdiözesen der Diözese Linz unterstützt.
Am Sonntag, 9. Februar wird in den Kirchen für die Osthilfe der Diözese Linz gesammelt.