Als erste Frau leitet Dr. Mary Mikhael eine theologische Hochschule im Mittleren Osten. Mit ihrer Liebe zur Bibel hat sie den Weltgebetstag der Frauen 2003 mitgeprägt.
„Wir wissen, dass wir härter arbeiten müssen, um Hoffnung in eine hoffnungslose Situation zu bringen.“ Klare Worte, wie Mary Mikhael ihr Leben sieht. Vielleicht war es kein Zufall, dass sie 1964 in einer Blindenschule ihre erste Stelle als Lehrerin bekam. Bis dahin hatte die damals 19-Jährige schon einen weiten Weg zurückgelegt. Geboren und aufgewachsen ist das zweite von sieben Kindern einer griechisch-orthodoxen Familie in Syrien. Jedoch während sie – typisch für die Gegend – im Libanon lebende Verwandte besucht, reift in ihr der Wunsch, zu bleiben: sie will die Bibelschule besuchen.
Da es der Vater erlaubt, wechselt Mary an die „British Mission School“. Um weiterzukommen studiert sie berufsbegleitend im Libanon und geht später in die USA. 1994 wird Dr. Mary Mikhael zur Präsidentin der Near East School of Theology im libanesischen Beirut gewählt, der ältesten Einrichtung aller evangelischen Kirchen im Mittleren Osten. In der Region erstmalig leitet eine Frau eine theologische Hochschule.
Mary Mikhael investiert Zeit und Energie in den geistlichen Wiederaufbau des Libanon, der von Hoffnungslosigkeit nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg gezeichnet ist. Dabei setzt sie auf die Bibel als Quelle der Befreiung, der Identität und des Engagements. Dazu zählt sie den Einsatz für die Rechte der Frau – auch bei Leitungsämtern in der Kirche: „Die Bibel kann mich nicht unterdrücken. Wenn ich das glauben würde, könnte ich keine Christin sein.“