Euch wird das Lachen schon noch vergehen! Es verheißt nichts Gutes, wenn die genervte Autorität diesen Bannspruch verhängt. Schon gar nicht, wenn er wie ein Damoklesschwert über der weltpolitischen Bühne hängt.
Es liegt eine dumpfe Drohung über diesen Faschingstagen 2003. Mit dem Lachen könnte es zu Ende gehen. Die dunklen Machtkämpfe zwischen einem Diktator auf der einen Seite, den Machtansprüchen einer Supermacht und die Auseinandersetzung darüber, wie diese Auseinandersetzung zu führen sei, nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an.
Es erinnert viel an einen Maskenball. Die wirklichen Gesichter und Absichten sieht man nicht. Nur die Masken. Was ist berechtigte Sorge? Wo werden bloß Machtansprüche getarnt? Ein Öldieb, maskiert als Weltpolizist? Der friedliebende Scheich als Terrorist? Maskenbälle haben ihre Zeit. Am Ende zeigt jeder sein wahres Gesicht? Doch die Weltpolitik hält sich nicht an so gewöhnliche Spielregeln wie die eines Maskenballs.
Der Fasching geht über in die Fastenzeit. In diesem Wechsel liegt Weisheit. Nicht, damit einem das Lachen vergeht, sondern um das Lachen zu retten, geht das Kirchenjahr diesen Rhythmus mit. Ein befreites, echtes, unmaskiertes Lachen. Nicht angstverzerrte Züge kennzeichnen die Gesichter der Erlösten, sondern die des Lachens. Dass die Weltpolitik nicht das Lachen austreibt, sondern Grund zum Lachen schenkt, bleibt die Hoffnung im Fasching 2003.