„Österreichs Langläufer waren bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft chancenlos. Nicht, weil sie zu schwach waren, sondern weil sie den Sommer über zu viel trainiert haben“, lautete die Analyse.
Österreichs Schulkinder haben ebenfalls ein enormes Trainingspensum zu bewältigen. 1148 Pflichtschulstunden verbringen Österreichs 12- bis 14-Jährige jährlich in der Klasse, dazu kommen die Freifächer und natürlich die Zeit, die sie für die Hausübungen aufwenden. Im Bereich der OECD-Staaten beträgt der Jahresschnitt nur 936 Stunden. Im letzten Jahr wurde das Zeugnis der unterschiedlichen Schulsysteme verteilt – die so genannte PISA-Studie. Österreich landete zwar im guten Mittelfeld, aber doch deutlich hinter Ländern, in denen die Schüler/innen viel weniger in der Schule sitzen.
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat angekündigt, Österreichs Schüler/innen sollten künftig zwei Wochenstunden weniger Schule haben. Wenn dahinter nicht nur eine Geld-Sparmaßnahme steht, dann ist das ein höchst sinnvoller Schritt. In die gezielte Förderung und Begleitung bei Schwächen Einzelner wären die frei werdenden Mittel gut aufgehoben. Es ist wie im Sport: besser hoch motiviert als übertrainiert.