Kleinigkeiten machen das Leben erst angenehm. So verkündet es jener Prospekt, der mir ein bis jetzt nicht gekanntes Lebensglück verspricht, wenn ich den Fingerschutzbügel für sicheres Zwiebelschneiden verwende. Wie gegen jedes Wehwehchen der Haut die richtige Salbe angeboten wird, so bietet der Markt auch gegen die vielen „Unannehmlichkeiten“ des Alltags die entsprechende Abhilfe. „Sie werden darauf nicht mehr verzichten wollen“, heißt es, genauso, wie man nicht mehr auf den elektrischen Fensterheber oder auf die Klimaanlage in seinem Auto verzichten möchte, wenn man diesen Komfort einmal genossen hat.
Woran das Leben wirklich hängt – das kann im Fasten deutlich werden. Der Kern des Lebens wird frei gelegt. Hängt das Glück wirklich nur an elektrischen Fensterhebern oder Fingerschutzbügeln? Dann allerdings wäre es schlecht um dieses Leben bestellt.
Das Aschensymbol am Beginn der Fastenzeit führt die Vergänglichkeit drastisch vor Augen. Die vielen Kleinigkeiten und so manche Dinge, denen wir ein Leben lang nachlaufen, werden zu Staub. Selbst der Leib des Menschen zerfällt. Doch beim Hinweis auf die Vergänglichkeit bleibt es nicht. Im Fasten lässt sich der Kern des Lebens besser entdecken. Wer fastet, der öffnet sich für die eigentliche Quelle des Glücks. Der Mensch befreit sich aus seinen komfortablen Abhängigkeiten – probeweise sozusagen, denn einst wird nur das Leben selbst übrig sein. Es ist gegeben – und so die eigentliche Gottesgabe.