Seit kurzem ist Christine Mann offiziell geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Bildung. Sie sieht darin auch ein Signal für die Frauen.
Es kam für sie völlig überraschend, als sie 1995 der damalige Wiener Weihbischof Christoph Schsnborn fragte, ob sie Leiterin des Amtes für Unterricht und Erziehung der Erzdiözese Wien werden wolle. "Ich habe tollkühn Ja gesagt und merkte dann, dass ich da ins kalte Wasser gesprungen bin", erzählt Christine Mann. "Denn mit diesem Amt war ich nicht nur für den Religionsunterricht, sondern auch für die über hundert katholischen Privatschulen zuständig. Das war für mich ein völlig neuer Bereich – und ich habe das auch den Verantwortlichen in den Schulen offen gesagt. Deren Vertrauen und Unterstützung halfen mir, rasch in diese Aufgabe hineinzuwachsen." Dass sie als erste Frau Europas ein derartiges Amt übertragen bekam, war für Christine Mann auch ein Signal, dass die Kirche den Wunsch vieler Frauen nach mehr Teilhabe ernst zu nehmen beginnt. Dass sie von ihren männlichen Kollegen zur Vorsitzenden der Schulamtsleiterkonferenz und geschäftsführenden Leiterin des Interdiszesanen Amtes gewählt wurde, sieht Mann daher auch als Ermutigung für Frauen. Christine Mann ist in Wien geboren und kam durch einen herausfordernden Religionsunterricht zum Theologiestudium. Als zweites Fach studierte sie Jus. Sie arbeitete 13 Jahre als Universitätsassistentin, war Religionslehrerin an einem Gymnasium und ist seit 1989 Fachinspektorin für Religion. Noch als Studentin heiratete sie und hat neben ihrer Berufstätigkeit zwei Töchter großgezogen.
Hans BaumgartnerSiehe auch Artikel "Lösung im Schulkrach".