Eine schwere Hungersnot und Aids führen in Simbabwe zur immer größeren Misere. Offen kritisiert Erzbischof Pius Ncube Menschenrechtsverletzungen durch den autoritären Staatschef Robert Mugabe.
„Während es genug Geld für Waffen und Merzedes für Minister gibt, hungert das Volk.“ Derart klar beschreibt Pius Alick Mvundla Ncube (56) die Lage in Simbabwe. Das Land, in dem die „Regierung fortfährt, Lügen zu gebrauchen“. Gleichzeitig erleidet die Kornkammer im Süden Afrikas „die größte Hungersnot seit 1890“. Am Ende der einstündigen Analyse, in der schonungslos die Missstände ausgesprochen wurden, sagte Ncube: „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Tags darauf bezeichnete Simbabwes Informationsminister Jonathan Moyo den Erzbischof von Bulawayo als „geisteskrank“ und er sei verrückt geworden. So verwundert es kaum, dass der 56-jährige Hirtensohn aus Filabusi heute als Bedrohung für Staatspräsident Robert Mugabe betrachtet wird. Mehr als Morgan Tsvangirai, der Oppositionskandidat, der im März 2002 bei der manipulierten Präsidentenwahl Mugabe unterlegen war.Seit den couragierten Kirchenmann vor drei Wochen Staatspolizisten vom CIO bedroht haben, lebt Ncube in Furcht und wechselt ständig den Aufenthaltsort. Dabei will er nur der Wahrheit Gehör verschaffen. Wie Anfang März, als er im Gottesdienst sechs Frauen über die Folter reden ließ, die sie erleiden mussten. Ncube, mittlerweile Hass-Figur in Mugabes Propagandamaschine, bringt auch die schweigsame Bischofskonferenz in heikle Bedrängnis. Doch Priester und Gläubige, nicht nur in Bulawayo, stehen zu dem Anwalt der Armen.