P. Alfred Spießberger (rechts) inmitten „seiner Kinder“. Bei seiner Arbeit geht es ihm um die Linderung der Not, er möchte aber den Kindern auch die Erfahrung schenken, dass sie von Gott geliebt sind.
Vor 30 Jahren – im Februar 1973 – weihte P. Alfred Spießberger die ersten drei Kinderdorfhäuser in San José de Chiquitos (Bolivien) ein. Heute leben 430 Buben und Mädchen in seinen Einrichtungen.
P. Alfred Spießberger stammt aus Altmünster – einem Ort mit einem großen SOS-Kinderdorf. Diese Institution wurde für den Franziskaner zur geistigen Mitgift. Als er 1965 als Missionar nach Bolivien kam, betraute man ihn mit der Jugendarbeit. Aus der religiösen Begleitung junger Menschen wuchs bald mehr.
Während eines Urlaubs in Österreich nahm er mit Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS- Kinderdörfer, Kontakt auf und bat ihn um Hilfe für Waisenkinder in Bolivien. Mit Unterstützung aus Österreich entstand in der Kleinstadt San José de Chiquitos ein Kinderdorf. Das Werk wuchs schnell – schneller als erwartet – und bereits 1979 wagte P. Alfred den Sprung in die Millionenstadt Santa Cruz. Dort nimmt er sich vor allem um verwahrloste Kinder an.
Zu den beiden Kinderdörfern gehören auch zwei Schulen, ein Zentrum für allein stehende Mütter, zwei Tischlereien, eine Landwirtschaft und weitere soziale Einrichtungen – alles in allem ein Großbetrieb: Rund 40.000 Euro benötigt P. Alfred Spießberger monatlich für seine Werke. Das Geld kommt ausschließlich aus Spenden. „Wir leben von der Vorsehung Gottes“, ist der Ordensmann zutiefst überzeugt. Und aus seinem Mund klingt es nicht wie eine Phrase, wenn er behauptet: „Die Welt dreht sich noch, weil es Menschen gibt, die teilen.“
Armut treibt in Drogen
Die soziale Situation in Bolivien wird zur Zeit nicht besser. Vor allem die Probleme rund um die Drogen nehmen rapide zu. P. Alfred macht die Erfahrung: „Je schwieriger es wird, Drogen auszuführen, desto intensiver bearbeiten die skrupellosen Händler den Inlandsmarkt.“ So geraten schon Kinder in die Drogenszene. In dieser Not unzähliger Mädchen und Buben sieht P. Alfred eine besondere Herausforderung. Seit 38 Jahren lebt er in Bolivien: „Ich bin schon mehr Bolivianer als Österreicher.“ Er tut viel für die Menschen, bekommt aber noch mehr zurück: „Wer anderen helfen darf, wird glücklich.“
Informationen über P. Alfred Spießberger und über Möglichkeiten der Unterstützung (z. B. Patenschaften für Kinder) gibt: Familie Plasser, Müllerbachstraße 26, 4816 Gschwandt, Tel. 07612/659 59; http.//www.kinderdorfalfred.hp.ms