Ausgabe: 2003/13, UNO, Krieg, Neutralität, Konflikt
25.03.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Schockierend
Für Friedensaktivisten brachte die vergangene Woche neben dem Kriegsausbruch eine zweite bittere Botschaft: der Tod von Rachel Corrie. Die 23-jährige US-amerikanische Studentin ist im Gazastreifen von einem Bulldozer der israelischen Armee niedergewalzt worden. Sie ist die erste internationale Friedensbeobachterin, die seit Beginn der Intifada im September 2000 im gewaltfreien Einsatz ums Leben gekommen ist. Sieben Wochen hat sie zusammen mit dem israelischen Komitee gegen die Zerstörung von Häuser Partei für rechtlose Palästinenser ergriffen. Das überaus brutale Vorgehen nach einem mehrstündigen Vermittlungsversuch ist schockierend. Und es zeigt, wie im israelisch-palästinensischen Konflikt über geltendes internationales Recht beinhart hinweggerollt wird.
Walter Achleitner
Der Neutralitätsfall
Österreichs Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat eingehalten, was sie bisher zum Irak-Krieg gesagt hat. Sie ist in den vergangenen Monaten stets dafür eingetreten, dass in diesem Konflikt die UNO das Heft in der Hand behalten soll. Sie hat die griechische EU-Ratspräsidentschaft darin unterstützt, dieser Position Geltung zu verschaffen. Die Außenministerin hat manche innenpolitische Schelte einstecken müssen, weil sie sich hinter der UNO verstecke und keine eigene Position vertrete. Vielleicht hätte mehr Wertschätzung für die UNO allen Konfliktparteien und dem Frieden gut getan. Österreich hält sich auch jetzt an die UNO und deklariert sich damit mehr als mancher laute Kriegsgegner der letzten Wochen. Österreich hat den Neutralitätsfall erklärt und damit diesen Krieg offiziell als völkerrechtswidrig eingestuft.