Er zählt zu den Experten für christlich-islamischen Dialog in Indonesien. Diese Woche ist Franz Magnis-Suseno zu Gast beim CSI-Schweigemarsch.
In Wien wird sich an diesem Freitag um 17 Uhr der Schweigemarsch in Bewegung setzen. Statt wie bisher „für verfolgte Christen“ zu beten, lädt die ökumenische Menschenrechtsorganisation CSI ein, „Frieden und Versöhnung zwischen Christen und Muslimen“ ins Gebet zu nehmen. Angesichts der Gefahr, die vom Irak-Krieg für dieses Miteinander ausgeht, ein wichtiger Schritt. Denn nach wie vor gilt die Schreckensvision, dass als Revanche zwischen Basra und Mossul Christen verfolgt würden. Franz Magnis-Suseno wird die um interreligiösen Frieden Bittenden begleiten. Der Jesuit lebt in Indonesien, dem Land mit den meisten Moslems. Der Weg von der Staatsoper zum Stephansdom wird dem 66-Jährigen kaum den Atem rauben. Denn er gilt als trainierter Läufer. Vor allem übt er nun seit 42 Jahren, immer noch besser ein Indonesier zu werden. Der selbstgewählte javanische Name „Suseno“ verdeutlicht das. Als Professor für Sozialphilosophie in Jakarta ist Magnis-Suseno ein vielbeachteter Analytiker. Fast so etwas wie eine moralische Instanz. Von islamischer Seite wird ihm nachgesagt, er habe mit seiner positiven Perspektive und Denkweise zum harmonischen Miteinander zwischen den Religionen in Indonesien beigetragen. Und so weist er entschieden das vorherrschende Bild zurück, es habe in seiner Wahlheimat in den letzten Jahren eine Christenverfolgung durch Muslime gegeben. Sein Weg, religiöse Toleranz zu fördern, beginnt vielmehr bei der Suche nach den Ursachen der Konflikte.