Und natürlich ist auch der Krieg im Irak ein gewichtiges Thema heute Morgen“, leitet die Moderatorin das Sonderjournals am frühen Morgen ein. An erster Stelle steht das Thema nicht mehr an diesem Tag. Das Wahlergebnis in Niederösterreich wurde als gewichtiger oder interessanter eingestuft.
Die Gewöhnung an den Krieg hat begonnen. Auch an die gestochen scharfen Bilder verletzter Kinder oder getöteter Soldaten hat man sich gewöhnt. Es ist die beste Kriegsberichterstattung, die es je gegeben hat, äußerte sich – nicht ohne Stolz – einer der Kriegskommentatoren, die der Öffentlichkeit als Experten in diesem Bereich vorgestellt werden. Irgendwie erinnert die Berichterstattung über diesen Krieg an die Gladiatorenkämpfe im alten Rom. Zu Tausenden gingen die Bürger hin und sahen zu, wie Menschen zum Kampf um ihr Leben gezwungen wurden. Heutzutage braucht man nicht hinzugehen. Die Bilder werden frei Haus geliefert. Der Ehrgeiz der Branche will es, dass die Bilder heute „besser“ sind als die vom letzten Krieg.
Doch die „guten“ Bilder geben ein trauriges Bild. Die Grausamkeit ist mit den Römern nicht ausgestorben, die Schaulust auch nicht. Nicht stumpf zu werden bei diesen Bildern, nicht einfach den Blick abzuwenden, ist eine Herausforderung. Es ist auch eine spirituelle Herausforderung. Man sagt, der Krieg könnte lange dauern. Jeder Tag Krieg ist ein verlorener Tag für den Frieden. Wo die Hoffnung und der Glaube an Frieden verloren geht und mit diesen auch der Widerstand gegen den Krieg, dort hat der Krieg endgültig gewonnen.