Die über Jahre gewachsenen guten Kontakte setzt Stefan Maier (32) ein, um Flüchtlingen aus dem Irak zu helfen.
Wenn ausgerechnet die Caritas Österreich irakischen Flüchtlingen in Syrien hilft, dann geht das auf ihn zurück: Stefan Maier. Denn der Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg hat seit 1992 ein dichtes Netz an Kontakten in den Mittleren Osten geknüpft. Kaum ein kirchlicher Helfer im Westen verfügt über detailliertere Kenntnis praktischer Zusammenarbeit. So war es nicht überraschend, dass die weltweite Caritas ihn zum Syrien-Koordinator der Irak-Hilfe ernannt hat. In wenigen Wochen ist es Maier auch gelungen, sowohl im nordsyrischen Hassaké als auch in der Hauptstadt Damaskus eine Anlaufstelle für jene zu eröffnen, die bereits vor Kriegsbeginn geflohen waren. Und die Nachricht von der Hilfe verbreitet sich rasch: „Täglich werden es mehr, die anklopfen“, sagt Maier. Vor allem hat sich nach nur einer Woche jene Kinderschar verdoppelt, die gerne in die neue Caritas-Schule gehen.Warum seit Kriegsbeginn kaum Flüchtlinge angekommen sind? „Im Irak wird jede Fluchtabsicht im Keim erstickt. Aber auch die US-Armee hat schon einige Lektionen erteilt, um zu zeigen, dass die Menschen besser Zuhause bleiben sollen.“ So konzentriert sich die Caritas-Hilfe auf bereits in Syrien lebenden Flüchtlinge: „Ihrer würde sich hier sonst niemand annehmen.“ Stefan Maier freut sich nicht nur über den Einsatz des neuen syrischen Teams, dessen Ausbildung er im Libanon organisiert hat. Er erlebt auch das Entgegenkommen im Land, wenn für diese Menschen etwas getan wird. Und es scheint, als habe er wieder einmal arabische Sympathien gewonnen. Denn am lokalen Markt erhält er die Hilfsgüter billiger als das UN-Flüchtlingshilfswerk.