Die Zahl der Schulstunden sind kein Dogma. Und internationale Studien zeigen auch, dass das Wissen der Schüler/-innen nicht unbedingt davon abhängt, wie lange sie jede Woche die Schulbank drücken. Deshalb darf eine Reform der Schule durchaus auch bei den Stundenplänen ansetzen, zumal wenn in manchen Schultypen die Jugendlichen auf Arbeitszeiten von über 60 Stunden kommen. So wie das aber derzeit das Bildungsministerium vorhat, lässt nicht nur bei Lehrervertretern, die auch um die Jobs ihrer Kollegen/-innen fürchten, die Alarmglocken schrillen. Hier wird ohne pädagogisches Konzept überfallsartig drauflosgekürzt, die Schulen haben kaum Zeit, ihre Planungen darauf abzustellen. Was als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit ein Sparpaket auf dem Rücken der Jugend.
Hans Baumgartner
Tun und denken
Der Gedenktag ist wenig bekannt, aber sinnvoll: am 17. April wird weltweit der Aktionstag der bäuerlichen Landwirtschaft begangen. In den Blick kommt dabei die Situation der Bäuerinnen und Bauern im Norden und im Süden der Weltkugel. Es soll deutlich werden, dass sich die Landwirte nicht für kurzfristige Vorteile auseinanderdividieren lassen dürfen. Schade, dass das Agrarbündnis als Veranstalter seine Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium in Wien – heuer am Gründonnerstag – „Das letzte Abendmahl“ nennt. Das ist ein peinliches Spiel mit einer zentralen Botschaft des Glaubens, die vielen Menschen – darunter sicher eine überdurchschnittlich große Anzahl an Landwirten – viel bedeutet. Gute Aktionen setzten sich auch ohne fragwürdige Wortspiele durch.