Wenn der ORF zu Ostern die Papstmesse sendet, sitzt P. Gottfried Wegleitner wieder im Übertragungszentrum direkt neben dem Petersplatz.
Seit dem Beginn des Heiligen Jahres (Weihnachten 1999) kommentieren Mathilde Schwabeneder und der Franziskaner Gottfried Wegleitner (30) die ORF-Übertragungen der Papstgottesdienste aus Rom. Als Sprecher engagiert wurde er, so P. Gottfried, weil Dechant Wilhelm Müller nach vielen Jahren diese Aufgabe in jüngere Hände legen wollte. Als Religionslehrer in der Hauptschule Güssing habe er zu den Festtagen auch eher Zeit dafür als ein Pfarrer.
In Rom beeindrucke ihn jedes Mal aufs Neue die weltweite Dimension der Kirche. „Das ist schon eine besondere Erfahrung von Kirche , die man da in ihrer ganzen katholischen Vielfalt und Buntheit erleben kann“, meint P. Gottfried. Der Gottesdienst auf dem Petersplatz und der in über 60 Sprachen vorgetragene Papstsegen „Urbi et Orbi“ sei aber auch ein weltweites Medienereignis. 63 Fernsehstationen machen aus dem Oval von St. Peter die größte Kathedrale der Welt. In Österreich verfolgen mehr als 100.000 Menschen die Papstmesse, eine Viertel Million schaltet beim Segen des Hl. Vaters ein.
Begeistert ist P. Wegleitner von der fernsehgerechten Aufbereitung der Gottesdienste. „Die italienische RAI liefert wunderbare Bilder, die in die religiöse Dimenison des Geschehens geradezu hineinziehen. Da braucht es oft nur noch einen Satz – und es ist mehr gesagt als bei vielen Predigten.“ Seine Aufgabe sieht P. Gottfried darin, die Menschen vor den Bildschirmen durch die Liturgie zu führen und ihnen die zentrale Botschaft von der Menschwerdung Gottes oder der Auferstehung Jesu zu vermitteln.