Im Nachhinein ist man klüger, sagt man. Die christlichen Kirchen verdanken ihre Existenz einer solchen Erfahrung im Nachhinein. Die Jünger haben Jesus nicht verstanden. Sie haben ihn verraten und sich verkrochen, als sie ihn ans Kreuz nagelten.
Jede Hoffnung war enttäuscht. Es gab nichts mehr zu erwarten, es sei denn das Ende. Seine engsten Gefolgsleute erkannten ihn erst im Nachhinein, als er das Brot brach in Emmaus, als er an einem See auf seine Jünger wartete und ihnen zu essen gab, oder bei jener wahrhaft berührenden Begegnung mit Thomas, der nicht glauben konnte, dass die Logik des Todes nicht das Letzte sein sollte.
Das allein gibt schon Hoffnung. Das allein schon gilt es ernst zu nehmen. Es gibt – christliche gesehen – nicht den Tag der endgültigen Hoffnungslosigkeit. Der Tag danach kann zum Tag des Lebens werden.Die Weltgeschichte kennt die Tage der großen Enttäuschungen: Wenn zum Mittel des Krieges gegriffen wird, statt der Macht des Friedens zu trauen. Persönliche Lebensgeschichten sind voller Enttäuschungen. Beziehungen brechen. Der Tod trifft Menschen ins Herz.
Seit Ostern – weil Christus auferstanden ist – dürfen Menschen glauben. Es gibt Leben nach dem Tod. Es gibt auch Leben nach so vielen Zwischenstationen des Todes, wie sie Menschen erleben. Es trocknet nicht aus und versickert nicht wie ein Bach in der Wüste. Am Ende ist Leben in Fülle. Das Meer der Hoffnung.