Mit Prälat Gottfried Schicklberger ist ein Stück oberösterreichische Diözesangeschichte gestorben. Gerade zum Zeitpunkt des Drucks dieser Ausgabe wurde er am Dienstag, 22. April zu Grabe getragen.
Gottfried Schicklberger war auch ganz abgesehen von seinen Zuständigkeiten und Aufgaben eine Persönlichkeit – ein an seinem Gegenüber interessierter Mensch. Legendär war sein Schreibtisch mit den hohen Papierstapeln. Erstaunlich, wie er dennoch immer rasch das entsprechende Dokument fand. Prälat Schicklberger war ein wunderbarer Erzähler.
Diözesangeschichte bekam man von ihm in Diözesangeschichten zu hören – wie es im Luftschutzkeller unter dem Bischofshof zuging beispielsweise und vieles mehr. Er war ein Mann im Hintergrund, vor allem in der Zeit, in der die Kräfte seines langjährigen Chefs, Bischof Zauner, nachließen. Da war er ihm eine menschliche Stütze. Zwar sorgten Krankenschwestern für den Altbischof, doch Prälat Gottfried Schicklberger kümmerte sich rührend um ihn. Er übernachtete bei ihm in dessen letzter Nacht. Er erwartete eben nicht nur von anderen, dass sie christlich handeln, sondern tat es selbst.