Wer will sich schon vorwerfen lassen, unamerikanisch zu sein? Madonna offensichtlich nicht. Nach dem Gerangel um den Videoclip zur Single „American Life“ – entstanden vor dem Irakkrieg, dann umgeschnitten und schließlich zurückgezogen, weil der Vorwurf des Anti-Amerikanismus die Sängerin traf – liegt seit letzter Woche das aktuelle Album vor. Darin zeigt sich Madonnas Trend zur elektronischen Musik bis hin zur Verzerrung. Offensichtlich haben die Pop-Ikone und ihr Co-Autor Mirwais Ahmadzai den Versuch unternommen, Madonnas Sound zu aktualisieren und doch etwas Eigenes zu schaffen – bis hin zu Rap-Einlagen. Der große Wurf ist das Album trotzdem nicht geworden. Wirklich herausragende Tracks sind nur der Titelsong „American Life“ und „Die another day“, vom Soundtrack des gleichnamigen Bond-Streifens. Gut, weil weitgehend ohne Verzerrung, sind noch „Hollywood“ und das langsame Stück „Love profusion“. Für den letzten Track, „Easy Ride“, sind Madonna und Ahmadzai leider zum Schluss eindeutig mit den elektronischen Eingriffen zu weit gegangen. Schade.