Was liegt bei den Jugendlichen hoch im Kurs? Worauf haben sie keinen Bock? Wer ist eigentlich jugendlich? Das Jugendradar 2003 gibt dazu Auskunft.
Früher war man eher erwachsen – zumindest, was die Selbsteinschätzung betrifft. Heute beginnt die Jugendphase mit zwölf Jahren und endet irgendwann zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Gut die Hälfte der 24- bis 25-jährigen österreichischen Jugendlichen sieht sich selbst als noch nicht richtig erwachsen, bei den 26 bis 27-jährigen ist es ein Drittel. Gleichzeitig gewinnt das „Hotel Mama“ – vor allem bei Burschen – Langzeitgäste. Die Studie „Jugendradar 2003“ erstellt vom Institut SPECTRA und jugendkultur.at, bestätigt damit einen Trend, der sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet hat. Dazu gehört auch, dass es keine klassischen Jugendbiografien mehr gibt: Mehr als die Generationen vor ihnen müssen die Jugendlichen heute Planung und Verlauf ihres Lebens selbst in die Hand nehmen. Dabei repräsentieren Jugendliche nicht eine Ellbogengesellschaft: Natürlich wollen sie Spaß haben und ihr Leben genießen, aber nicht auf Kosten anderer. Am besten ist’s, wenn auch der Beruf Spaß macht: Sowohl bei Mädchenund jungen Frauen als auch bei Burschen/jungen Männern rangiert dieser Wunsch als wichtiges Lebensziel ganz oben. Gute Freunde haben bzw. in einer Paarbeziehung leben und ein harmonisches Familienleben gehören auch dazu. Daneben zeichnet sich die Jugend durch ein großes Bedürfnis nach Sicherheit aus, auch in Bezug auf Arbeitsplätze – was bei einem Blick auf die derzeit hohe Jugendarbeitlosigkeit nicht verwundert. Ganz unten auf der Liste mit den Lebenszielen findet sich das politische Engagement. Politik und Religion sind auch jene Lebensbereiche, die sowohl bei Mädchen/jungen Frauen als auch Burschen/jungen Männern kaum mehr eine Rolle spielen. Freunde, Familie, Freizeit, Ausbildung und Arbeit sind bei weitem wichtigere Lebensbereiche.