Kirche und Medien: Wolfgang Katzböck sorgte für guten Kontakt
Ausgabe: 2003/51, Pressestelle, Katzböck, Jank, Kirche, Medien, Geschichte
17.12.2003
- Matthäus Fellinger
Ab 1. Jänner bekommt Zeitunglesen für Wolfgang Katzböck eine neue Qualität. Nicht mehr beruflich wird er es tun, sondern aus persönlichem Interesse. Nach 35 Jahren geht Pressereferent Katzböck in Pension.
Diözesanhaus, Klappe 38 60. Für Journalisten war das die Nummer, unter der sie unkompliziert Auskunft in Sachen Kirche bekommen würden. Wolfgang Katzböck hob ab. Die Sache lief. 35 Jahre prägte Katzböck die Schnittstelle zwischen Kirche und Öffentlichkeit. Mit Ende des Jahres geht er in Pension.
Es war im Vorfeld der Diözesansynode, als der gelernte Buchhändler vom Akademikerseelsorger Dr. Wilhelm Zauner hörte: „Im Seelsorgeamt wird eine Pressestelle eingerichtet; wäre das nicht etwas für dich?“ Für 35 Lebensjahre war das die entscheidende Frage. Mit 1. Jänner 1969 ging es los. „Ehrlich gesagt, ich wusste damals gar nicht, was eine Synode ist.“ Einarbeiten war angesagt. Der spätere Weihbischof Alois Wagner nahm den frisch gebackenen Pressereferenten mit hinaus in die Dekanate. Die Arbeit an der Diözesansynode wurde zum ersten großen Schwerpunkt.
Von Matrize bis Computer
Mit Durchschlagpapier und Spiritusmatrizen wurde damals gearbeitet. Die Anschaffung des Fernschreibers zu Beginn der Siebzigerjahre war eine Errungenschaft. Ein gutes Jahrzehnt hat dieser seine Dienste geleistet, dann kam das Telefax, schließlich der Computer. Ein Stück Diözesangeschichte hautnah erlebt zu haben, dafür ist Wolfgang Katzböck am Ende der Berufslaufbahn dankbar. Faszinierend war das. „Ich erinnere mich an keinen Tag, an dem mir fad gewesen wäre“, meint er. Die letzten 18 Jahre war Elisabeth Jank seine engste Mitarbeiterin. Ab 1. Jänner wird sie in einer Übergangszeit Ansprechpartnerin für die Medien sein. Nachfolgerin Mag. Gabriele Eder-Cakl tritt ihren Dienst aus familiären Gründen erst Mitte 2004 an.
Mit Verständnis seiner Frau Paula konnte Katzböck immer rechnen, wenn er an Feiertagen im Dom die Bischofspredigt hörte, um anschließend im Büro einen Bericht zu schreiben, damit etwas davon schon in den Mittagsnachrichten zu hören wäre. Die Bischofsweihen von Alois Wagner und Maximilian Aichern zählten zu den Höhepunkten, dann der Papstbesuch in Oberösterreich 1988. Als Pressereferent gibt es immer wieder auch traurige Pflichten. Die Nachricht vom Tod der Bischöfe Zauner und Wagner oder von Eduard Ploier musste Katzböck bekannt geben.
„Ich versuchte eine Gratwanderung zwischen den Wünschen der Medien und den Möglichkeiten der Diözese“, beschreibt Katzböck seinen Kurs. Journalisten schätzen seine unaufdringliche, konsequente Arbeit. Im Großen und Ganzen ortet Katzböck ein gutes Verhältnis zwischen Medien und Kirche in Oberösterreich. Es wird, besonders in den Regionalmedien, vieles aus den Pfarren berichtet. Einer Medienschelte schließt er sich keinesfalls an, auch wenn gelegentlich aus einer Meinungsverschiedenheit in einer Pfarre gleich ein „Krach im Hause Gottes“ gemacht wird.
Dankbar ist Katzböck außerdem für das Vertrauen das er seitens der Bischöfe, Generalvikare und Pastoralamtsleiter gespürt hat. Dass eine Pressestelle anders als eine Werbeabteilung für kontinuierliche und möglichst umfassende Information sorgt, hält Katzböck auch für die Zukunft für wichtig. Wahrheitsgemäß und schnell soll die Kirche informieren. Schwerpunktaktionen sind oft rasch vorbei. Es braucht aber auch dazwischen aktive Medienarbeit: „Die Journalisten sollen wissen: Da wird einem geholfen!“ Die ganzen Jahre hindurch, sagt Wolfgang Katzböck, hat es auch eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Kirchenzeitung gegeben.