„Das internationale Recht – ein Weg zum Frieden.“ Mit Blick auf die Rolle der UNO vor dem Irak-Krieg wäre dieses Motto für den katholischen Weltfriedenstag höchst aktuell. Doch kurz vor dem 1. Jänner wurde nun das im Juli veröffentlichte Thema abgeändert. Angesichts des Verhaltens der USA im Irak-Konflikt, ein Hintergrund für die Themenwahl, heißt es unverfänglich „Eine stets aktuelle Verpflichtung: Die Erziehung zum Frieden“. Es gilt als Indiz, der Vatikan entschärfe so die vor dem Krieg aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten mit den USA. Oder passt gar der Vatikan seine Position den veränderten politischen Verhältnissen an? Es wäre kaum zu verstehen, hatte doch sein überzeugtes Nein dem Papst so viel Respekt eingetragen. Und auch mit der Verhaftung Saddam Husseins ist noch nicht bewiesen, dass dieser Krieg gerecht ist.
Walter Achleitner
Die Rute gezeigt
Auch im familiären Bereich soll es öfter vorkommen, dass die Eltern den Kindern das Taschengeld kürzen, wenn sie sich nicht wunschgemäß verhalten. Ich halte von derartigen Methoden wenig, weil die Macht des Stärkeren auf längere Sicht niemals den Dialog ersetzen kann, auch wenn er oft mühsam ist. Wenn nun die sechs Nettozahler der EU in einem Brief an Kommissionspräsident Prodi mit dem Einfrieren ihrer Zahlungen drohen, dann stellen sie Spanien und Polen die Rute ins Fenster. Diese beiden Länder sind besonders auf die Geldflüsse aus den EU-Töpfen angewiesen und stellten sich beim Verfassungsgipfel besonders bockig an. Nun sollen sie handzahm gemacht werden. Und Österreich spielt bei der Aktion Drohen statt Dialog mit. Ein trauriges Europabekenntnis.