Von den Spenden der ersten Sternsingeraktion konnte sich P. Michael Ortner in Kampala ein Motorrad kaufen.
„Wir brauchen ,Siebenmeilenstiefel‘ für die Missionare.“ Dieser Aufruf steht am Beginn der Dreikönigsaktion, die zum 50. Mal durchgeführt wird. Doch anstelle eines Motorrades, dem Wunschziel, wurden 1955 gleich 3080,36 Euro ersungen. Jedoch nicht nur die Jungschar war vom großen Erfolg überrascht. Auch Michael Ortner war begeistert. Denn damit sollte der Osttiroler den ersten ,Siebenmeilenstiefel‘ erhalten: „Es war eine BSA 500“, erinnert er sich. „Es war eine gute Maschine!“ Und damit konnte der St. Josefs-Missionar so richtig seinen Dienst in Nagallama antreten: „Ich habe sie für die Safaris gebraucht“, erzählt er. „So nannten wir es, wenn wir in die Außenstationen gefahren sind, um den Gottesdienst zu feiern und Sakramente zu spenden.“ Um das neue Motorrad in Uganda überhaupt fahren zu dürfen, musste Ortner zuvor noch den Führerschein für die damals britische Kronkolonie erwerben. Acht Jahre diente ihm die 500er, „dann habe ich sie aus den Augen verloren“. Wegen eines längeren Heimateinsatzes gab er sie an einen Mitbruder weiter. Dabei war es Zufall, dass der Sillianer nach Uganda kam. „Bei der Priesterweihe in London wurden wir 30 alphabethisch aufgeteilt.
So kam ich 1953 nach Kampala.“ Insgesamt 39 Jahre war er im Herzen Afrikas tätig, und nennt sich noch heute, wie einst in seinen legendären Rundbriefen, „Uganda-Michl“. Den 80. Geburtstag wird P. Ortner am 3. Februar im Missionshaus in Hall feiern. Und von dort fährt er noch immer auf Safaris – doch für die Aushilfen in Tirol beutzt er heute ein Auto.