Der Namenstag stand in unserer Familie eigentlich kaum im Vordergrund. Bei mir schon gar nicht. Wenn man am 25. Dezember Namenstag hat, steht anderes im Vordergrund. Das Weihnachtsfest. Gratuliert hat mir da eigentlich nie jemand. Bis ich etwa 17 war, bekam ich oft zu hören: „Was? Wie heißt du? Eugenie?“ Den meisten war der Name einfach unbekannt und ich war damals ziemlich unglücklich mit meinem ständigen Erklärungsbedarf. „Die Wohlgeborene“ bedeutet mein Name übersetzt. Heute bin ich glücklich, einen seltenen Namen zu haben. Meine jugendliche Unzufriedenheit hat jedoch bewirkt, dass wir unseren Kindern sehr gängige Namen gaben: Elisabeth heißt die Tochter, Markus der Sohn. Bemerkenswert ist die legendenumwobene Geschichte der Eugenia aus Alexandrien. Die junge Frau soll, als Mann verkleidet, in ein Männerkloser eingetreten und dort sogar Abt geworden sein, bis sie enttarnt wurde. In der Christenverfolgung wurde sie schließlich in Rom enthauptet.
Eugenie Steinbauer aus Ennsdorf ist Hauptschullehrerin in Enns.