Die Tage der großen Feiern und Feste sind vorüber: zuerst die Firmen-Weihnachtsfeiern, die Festtage im Kreis der Familie, Silvester und schließlich Besuche während der freien Tage bis zu Dreikönig. Selbstverständlich gehören Essen und Trinken zu einem Fest, aber das allein ist noch nicht abendfüllend – oder zumeist nicht wirklich befriedigend. Damit ein Abend zum Fest wird, gehört mehr dazu: vielleicht das gemeinsame Singen, manchmal das Beten oder Spielen. Natürlich braucht es auch eine Portion Spontaneität. Und dennoch: Wo die Feierkultur fehlt, kann ein Abend bald langweilig, leer und mühsam werden.
Das Wort Feierkultur klingt geschraubt, die Sache, die dahinter steckt, ist simpel: Wie sollen die großen Feste gelingen,wenn man nicht im Feiern geübt ist, wenn man nicht durch die kleinen Anlässe in Übung bleibt?
Vielleicht ist jemand nach dem Dauer-Feiern der vergangenen Wochen ein wenig erschrocken über die eigene Unbeholfenheit, ein Fest zu gestalten. Vielleicht fiel es schwer, das Thema in der Familie überhaupt zur Sprache zu bringen. Die kommenden „feiertagslosen“ Monate sind eine gute Gelegenheit, kleine Feste einzuüben: zu einem Spieleabend zu laden, miteinander zu singen, einander Lieblingstexte vorzulesen – es dürfen auch Verse aus der Bibel sein. Beim nächsten großen Fest – zu Ostern – wird man dann vielleicht schon in Übung sein.