Warum es „Yellow Ledbetter“ nicht auf „Ten“, „Don´t Gimme No Lip“ nicht auf „No Code“, „You“ nicht auf Yield und vor allem „Down“ nicht auf „Riot Act“ geschafft haben, ist zwar unklar aber mit der Rarities-Collection „Lost Dogs“ auch nicht mehr relevant. Pearl Jam haben eine Doppel-CD, voll mit Material, das nie auf einem regulären Studioalbum Platz gefunden hat, veröffentlicht. Dass dieses Werk gleich 30 Songs umfasst und somit zwei CDs füllt, mag den „ultimativen“ Fan erfreuen – die größten Löcher in der Pearl-Jam-Sammlung können gestopft werden. Alle nicht ganz so Hartgesottenen hätten mit einer schmäleren, dafür aber hochkarätigeren Version dieser Compilation wohl mehr angefangen: Weihnachtsstimmung kommt beim Chritsmas-Song „Let Me Sleep“ nicht wirklich auf, warum Jeff Ament ein wesentlich besserer Bassist als Sänger ist, wird klar, wenn man sich „Sweet Lew“ antut, „Brother“ ist nur ein lauter Pausenfüller und bei „Bee Girl“ klingt nicht nur der Titel kitschig. Bleibt ein (streckenweise sehr) langes Album mit einigen Glanzlichtern, aber auch ein paar verzichtbaren Momenten und viel durchschnittlichem Grunge. Manchmal ist weniger doch mehr.