Er ist ein König. Ein König der Zäune. Ein Zaunkönig. BirdLife Österreich und der Naturschutzbund Deutschland haben ihn zum Vogel des Jahres 2004 gewählt. Warum? – „Als Meister des Versteckens, der so gern im dichten Unterholz herumhuscht, steht er für mehr Wildnis in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft.“
Acht bis zehn Gramm wiegt der Zaunkönig. Man könnte also zwei seiner Gattung in einem 20- Gramm-Brief verschicken, ohne Strafporto zahlen zu müssen. So veranschaulichten mit einem bildhaften Vergleich die OÖN, wie gering dieser König ist. Gering an Gewicht nach Gramm, nicht an Gewicht der Aussagekraft über den Zustand der Natur. Er ist bei uns (noch) nicht in seinem Bestand gefährdet, zählt zu den zehn häufigsten Vogelarten in Österreich. Der Zaunkönig ist ein Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt. „Jeder, der den Zaunkönig schützen will, sollte sich für mehr Wildnis und Natur in unseren Gärten und Parks einsetzen“, rät der Naturschutzbund.
Der Naturforscher Naumann lobte Anfang des 19. Jahrhunderts: „Wenn selbst die treuesten aller Standvögel, unsere Sperlinge, unzufrieden mit zu strenger Kälte, ihr Gefieder sträuben, und ihr trauriges Aussehen Mißmuth und großes Unbehagen verräth, so ist der Zaunschlüpfer doch noch munter und pfeift sogar im Widerschein der Sonne, die Zäune und Holzstöße behaglich durchkriechend, sein Liedchen, als ob es bereits Frühling wäre.“ Welchen Königstitel gibt der Volksmund dem Zaunkönig noch? Der Naumann-Text kann als Hinweis dienen.
Schicken Sie Ihre Antwort bis 30. Jänner 2004 an die Kirchenzeitung. Wir verlosen drei Vogelbücher.