Ich mag ihn, den Stallgeruch – vor allem den des Kuhstalls. Aber damit ist es so eine Sache. Andere mögen oder vertragen ihn gar nicht. Die Produkte, die aus dem Stall kommen, mögen sie schon: Milch, Eier, den feinen Braten.
Jeder Stall riecht anders – je nachdem, welche Tiere darinnen gehalten werden und was sie zu fressen bekommen. Ein Stall mit seinem Stallgeruch hat etwas Heimeliges. Und das war der Vergleichspunkt, als letzte Woche auf der Seite 3 der Artikel „Kirche im Stallgeruch“ zu lesen war. Keine Rede davon, dass Stallgeruch etwas Schlechtes oder gar Übles wäre. Eine Reihe von Anrufern fühlten sich selbst und den Bauernstand dennoch diskriminiert und verspottet.
Wer fühlt sich in einer Pfarre beheimatet? Und wem ist diese Art – sagen wir besser – „kirchlicher Hausgeruch“ – fremd? Für die Kirche ist das eine ernste Frage, will sie auch für jene attraktiv sein, die sich mit ihrem „Kirchengeruch“ erst anfreunden müssen. Es ist, wie wenn man ein Spital betritt. Da herrscht oft ein strenger medizinischer Geruch. Der Kranke wird bei der Tür nicht umkehren, wenn er diesen Geruch nicht mag. Auch bei der Kirche braucht es zunächst ein Anfreunden mit dem – Sie wissen schon, was. Matthäus Fellinger