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Solidaritätspreis: „Ich hatte so viel Glück“

Josef Schmied ist über Ebensee hinaus für sein soziales Handeln bekannt
Ausgabe: 2004/09, Solidaritätspreis, Schmied, Josef Schmied, Ebensee, Altenhilfe, Eheberatung, Glück
24.02.2004
- Heinz Niederleitner
DCF 1.0
DCF 1.0
Für seine Verdienste um die Altenhilfe wurde Josef Schmied mit dem Solidaritätspreis der Kirchenzeitung ausgezeichnet. Das ist nur ein Aspekt seiner charismatischen Persönlichkeit.

Er strahlt Engagement und Freude aus. Wenn man ihm gegenübersitzt, versteht man, wie er Menschen für soziale und caritative Projekte begeistert, wie er Verbindungen knüpft, um mit anderen gemeinsam soziale Netzwerke zu bauen. Prof. Josef Schmied gehört zu jenen Menschen, die mit Charisma gesegnet sind und es zum Wohle ihrer Mitmenschen nutzen.

„Ich habe immer so viel Glück gehabt bei allem, was ich angefangen habe“, sagt er und strahlt. 17 Jahre war er Volksschullehrer in seiner Heimatgemeinde Ebensee, dann arbeitete er in der Übungsschule der diözesanen Lehrerbildungsanstalt. Er schließt sein Studium der Erziehungswissenschaften ab und wird Professor für Erziehungswissenschaften und pädagogische Soziologie an der späteren Pädagogischen Akademie der Diözese.

Eheberatung


Als Volksschullehrer bot Schmied schon in Ebensee über das Katholische Bildungswerk Vorträge zu Erziehungsthemen an, an der Übungsschule steht er den Eltern der Schüler/innen beratend zur Seite. Dabei kristallisiert sich heraus, dass Erziehungsprobleme oft eigentlich Eheprobleme der Eltern sind. „Ich habe im Schloss Puchberg bei Wels Kurse zum Thema Eheberatung gemacht. Wenn Leute dann mit ihren Eheproblemen zu mir gekommen sind, habe ich sie beraten. Wenn es den Leuten unangenehm war, zu mir zu kommen, dann bin ich zu ihnen gefahren“, erzählt er. Vom Erfolg seines Wirkens als Eheberater zeugen Dankesschreiben, die er zu Hause aufgehoben hat. Verlangt hat er nie etwas für seine Hilfe. Schmied selbst ist seit 1953 verheiratet und hat fünf Kinder. Der jüngste Sohn heißt nach dem letzten Apostel Matthias.

Altenhilfe


Um 1980 schloss sich Josef Schmied mit fünf anderen Ebenseern zur Lazarus-Runde zusammen. „Wir haben uns privat selbst besteuert und das Geld Leuten in Not gegeben“, erzählt der Ebenseer. „Jeden Monat haben wir uns getroffen. Jeder hat geschaut: Wo gibt es Menschen, die Hilfe gebrauchen können? Denen haben wir dann das Geld überwiesen.“

Nach rund zehn jahren – Prof. schmied ist mittlerweile in Pension – initiiert er den Sozialmedizinischen Betreuungsdienst Ebensee (SMB). Der SMB ist mit 1.300 Mitgliedern der größte Verein in Ebensee. Er organisiert die Alten- und Krankenbetreuung zu Hause. Vor allem alte Menschen können als Mitglieder drei bis fünf Stunden in der Woche gratis die Hilfe einer der 19 Altenpflegerinnen in Anspruch nehmen.

„Ich sage immer, der Verein ist wie eine Krankenkasse: Die Gesunden zahlen für die Kranken.“ Körperpflege, Arztbesuch, Einkaufsunterstützung usw. leistet der Verein. „26 Prozent unserer Mitglieder sind aber unter 35 Jahren“, sagt Schmied. Auch sie können die Leistungen in Anspruch nehmen, z. B. als Beaufsichtigung der Kinder, wenn die Mutter einen Termin hat.

2001 hat Prof. Schmied die Betreuung der Altenpflegerinnen abgegeben und ist jetzt für die allgemeine Organisation im Verein zuständig. Auch da lässt er sich einiges einfallen: Er organisiert für ältere Menschen monatliche Ausflugsfahrten an die schönsten Plätze des Salzkammergutes. „Mit zwei Autos haben wir vor über zehn Jahren angefangen, jetzt machen 20 Chauffeure mit.“ Und zwar ehrenamtlich. Für die Teilnehmer/innen sind die Fahrten gratis, ebenso wie die Filmnachmittage, an denen Alois Dejakum alte Filme von Ebensee aus der Sammlung seines Vaters vorführt. Seit zwölf Jahren organisiert Schmied zweimal im Jahr das Aus- und Einsingen in Ebensee. Einmal im Jahr heißt es „Miteinander singen und spielen“. Die Einnahmen aus dieser Veranstaltung kommen dem SMB zugute.

Für all diese Dinge braucht Josef Schmied Helfer, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Wer ihn kennt, versteht, wie es ihm mit seinem eigenen Engagement gelingt, andere für die gute Sache zu begeistern: „Meine Freude war es immer, wenn ich anderen helfen konnte, weil alles andere auf der Welt ist so wurscht.“




ZUR SACHE


SOLIDARITÄTSPREIS 2004


Kennen auch Sie Menschen wie Prof. Josef Schmied – eine Einzelperson oder eine Gruppe –, die sich solidarisch für andere einsetzen?

Für die Kategorien Soziales, Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung können Sie noch bis 1. März Vorschläge einreichen an:

Kirchenzeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz,
Telefon 0732/76 10-39 44,
www.kirchenzeitung.at



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