In der Fastenzeit zeigt Reinhold Rebhandl Werke, die sich mit dem Thema „Kreuz“ beschäftigen. Für viele Schüler/innen der HTL Steyr ist es die erste Begegnung mit moderner Kunst.
„Das gibt mir gar nichts.“ „Was soll das bedeuten?“ Die Installationen von Reinhold Rebhandl in Kellerräumen der HTL Steyr stößt bei den Schüler/innen der 5. Klasse Maschinenbau eher auf Ablehnung. Zusammen mit ihrem Religionslehrer Mag. Karl Reiter lassen sie die Kunstwerke auf sich wirken. „Rund 90 Prozent unserer Schüler/innen kommen mit moderner Kunst praktisch nicht in Berührung“, sagt Karl Ramsmaier, ebenfalls Religionsprofessor an der HTL Steyr. „Als wir in der Kirchenzeitung von Rebhandls Ausstellung an der Katholisch-Theologischen Fakultät lasen, dachten wir Religionslehrer daran, soetwas auch bei uns zu machen, zumal Rebhandl ja ein Steyrer Künstler ist.“ Technik und Kunst verhalten sich ähnlich wie Religion und Technik. Die Ausstellung an der HTL Steyr liegt also an zwei Bruchlinien: jener zur Kunst und zur Religion, denn Kreuze sind das Thema von Rebhandls Werken.Zu den Bildern, die an der Wand hängen, entwickeln die Schüler und die eine Schülerin schneller Assoziationen als zur Installation. Zwei der angehenden Maschinenbauer assoziieren mit vier übereinander hängenden Bildern die Band, in der sie mitspielen. Einer ist von der Gedämpftheit der Farben eines Bildes fasziniert, ein anderer bevorzugt ein grelles Bild („Es ist mir gleich aufgefallen“). Bei der Betrachtung der Bilder tauchen Fragen auf: Was kostet so ein Bild? Was meint der Künstler damit? Hat die Kreuze der Schulwart oder der Künstler selbst aufgehängt? Die jungen Techniker beginnen, sich mit dem Bildern auseinander zu setzen. Bei der abschließenden Diskussion wird auch Kritik im Umgang mit moderner Kunst geäußert. Viele Sammler würden aus Geldanlage kaufen, nicht weil ihnen die Bilder etwas bedeuten. Und welche Bedeutung ist erlaubt? „Wichtig ist, was ich mir selbst bei einem Kunstwerk denke“, sagt die Schülerin Julia.
Die Ausstellung ist in der HTL Steyr, Schlüsselhofgasse 63, noch bis 2. April zu sehen.