„Fasten und beten für den Frieden“. So nannte die Kirchenzeitung die „Aktion“, mit der sie in der Ausgabe vom 23. Jänner 2003 die Leser/innen einlud, die Sorge um den Frieden vor Gott hinzutragen. Die Stimmung in der Öffentlichkeit war von einem Ohnmachtsgefühl geprägt. Die Entschlossenheit zum Krieg schien in diesen Tagen stärker zu sein als der Mut zu Frieden.
Mut – oder müsste man nicht richtiger sagen: der Wille zum Frieden? Die damals vorgebrachten „Kriegsgründe“ haben sich zum Teil als falsch herausgestellt. Massenvernichtungswaffen wurden im Irak keine gefunden. Und erst vor einigen Tagen wurde eine Delegation von US-amerikanischen Experten in den Irak geschickt, die Beweise für die Anklage gegen den Ex-Diktator Saddam Hussein sammeln soll. Vor einem Jahr wurde als Kriegsgrund behauptet, man hätte diese Beweise. Es macht traurig, dass auf bloßen Verdacht hin getötet wird. Oder sind es gar nur Machtinteressen? Auf ihrer Suche nach Beweisen sollten sich die Amerikaner jetzt beeilen – allerdings nicht Beweise für den damaligen Krieg, sondern dass sie es als „Friedenserhalter“ ernst meinen, sind gefragt.