Der Jesus-Verfilmer Mel Gibson ist es unbestreitbar gelungen: Seine Passion sorgtin der westlichen Welt für hitzige Debatten und für volle Taschen beim Hollywood-Star.
Ähnlich wie mit seinen Filmen provoziert Mel Gibson auch mit seinen Sprüchen. Und so bedauert der mehrfache Oscar-Preisträger, er habe nicht damit gerechnet, dass „Die Passion Christi“ einen derartigen „Religionskampf“ auslösen werde. Dabei ist der Produzent überzeugt, dass „der Heilige Geist durch mich an diesem Film gewirkt hat“. Für den Koautor des Drehbuches klingt das wie der Verweis auf die göttliche Inspiration der fünften Passion (nach Gibson), und für den Regisseur, als habe der Heilige Geist am Set Anweisungen erteilt. Das schon legendäre Papst-Zitat über den Film – „es ist, wie es war“ – wurde zwar vom Vatikan mehrfach in Abrede gestellt. Dennoch zeigt es, was gute PR-Strategen vermögen. Und vor dem Kino-Start in den USA wurde die Werbetrommel mächtig gerührt. Noch vor dem Aschermittwoch räumte Gibson im Hauptabendprogramm ein, dass der Holocaust stattgefunden hat – was sein Vater Hutton bis heute leugnet. Oder dass für ihn Antisemitismus eine „Sünde“ ist. Überraschend zwar für den Katholiken, der das Zweite Vatikanische Konzil ablehnt und die Messe im vorkonziliaren Ritus feiert. Denn erst 1963 wurde die kirchliche Lehre gegenüber den Juden neu definiert. Aber der Wirbel scheint den PR-Agenten Recht zu geben: In den ersten zwölf Spieltagen hat der Film alleine in den USA 212 Millionen Dollar eingespielt, das Siebenfache der Produktionskosten. Da wird auch für Gibsons privaten Kirchenbau in Malibu etwas übrig bleiben.