Die Priester werden weniger. Man weiß in etwa, um wie viele. Auch ausgebildete Laientheologen gibt es zu wenige. Man weiß, wieviele man bräuchte. Im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels beraten diesen Samstag die drei wichtigsten diözesanen Gremien, woran man sich angesichts dieser Situation orientieren soll. Keine einfache Aufgabe, denn gerade im Bereich von Kirche und Glaube lässt sich nichts erzwingen. Auch die Gegebenheiten, in denen sich die Kirche bis auf den heutigen Tag herauf entwickelt hat, sind langsam gewachsen.
Nicht Pessimismus, sondern Realismus ist gefragt. Dass die Anwesenheit Gottes unter den Menschen erfahrbar und spürbar bleibt, ist Ziel, nicht die perfekte Struktur. Eine Kirche mit weniger Seelsorgern muss noch keine gottverlassene Kirche sein. In seiner Einladung an die Dechanten, Pastoral- und Priesterräte hat Bischof Maximilian Aichern geschrieben: „Unsere Vision ist, dass aus einer lebendigen Seelsorge wieder die Dienste wachsen, die ein lebendiger Organismus braucht.“
Nicht was wegbricht, sondern was wächst, wird entscheidend sein. Wenn – hoffentlich bald – auch in der Natur wieder vieles zu sprießen beginnt, kann man sich daran ein Beispiel nehmen: Dieselbe Sonne, auf die hin sich alles Wachsen orientiert, schenkt auch die Bedingung, unter der es wachsen kann. Nicht nur, was klugen Köpfen einfällt, sondern ob sich Menschen insgesamt erwärmen lassen von und für die Sache Gottes, wird auch die Kirche der Zukunft prägen.