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Gottes Ja wiederholen

St. Georgen i. Attergau: Erstkommunion-Vorbereitung setzt auf die Eltern
Ausgabe: 2004/13, St. Georgen im Attergau, St. Georgen, Erstkommunion-Vorbereitung, Erstkommunion, Kinder, Volksschule, Eltern
23.03.2004
- Josef Wallner
„Die Eltern sind die religiösen Ersterzieher, ich bin nur Hilfsarbeiterin“, sagt Marianne Pachler. Die Religionslehrerin bindet die Eltern intensiv in die Erstkommunion-Vorbereitung ihrer Kinder ein.

Weniger Arbeit hat Marianne Pachler mit ihrer Art der Erstkommunionvorbereitung gegenüber dem weit verbreiteten Tischmütter-Modell nicht. Aber das ist auch nicht ihre Absicht: Es geht ihr um eine verantwortete Hinführung der Kinder zur Eucharistie.

Bei den Eltern anklopfen


Als Erstes klopft Pachler an jede einzelne Wohnungstür ihrer Erstkommunionfamilien. 65 Besuche absolvierte sie heuer, bei denen sie den Eltern den Ablauf der Vorbereitung erklärt und ein Anmeldeformular in das Haus gebracht hat.

Drei Elternabende sind der Angelpunkt auf dem Weg zum großen Fest. Beim ersten geht es um das Ja zum Kind, erklärt Pachler. Die Zuwendung Gottes müsse durch die Eltern spürbar werden. „Mir ist die Bodenständigkeit wichtig“, so die Religionslehrerin und weist die Eltern auf den Kern des Glaubens hin: „Gott sagt ja zu deinem Kind und fragt dich, ob du dieses Ja nicht wiederholen möchtest.“

Beim Elternabend über die Bußerziehung holt sie die Zustimmung der Eltern zur Erstbeichte ein: „Diese ist ohne Wenn und Aber freiwillig, aber bisher haben alle Eltern zusgestimmt, einmal haben Eltern die Beichte um ein Jahr verschoben.“

Die Väter mitnehmen


Ein weiteres Treffen hat die Eucharistie zum Thema. Zu jedem Elternabend gibt es Briefe, die das jeweilige Thema mit den Kindern vertiefen. „Die Vorschläge sind zumeist recht handfest, damit auch die Väter, die Opas oder die Gödn mittun können“, so Pachler: „Es ist wichtig, die Männer hereinzunehmen.“

Den nächsten Schritt beschreibt Pachler härter, als er wirklich gehandhabt wird: „Zu den Tischgruppen gebe ich den Eltern nur eine Arbeitsmappe in die Hand und lassse sie dann allein.“ Nun sind die Eltern am Zug, Sie besprechen, wer welche Vorbereitungs-Einheit übernehmen kann. Der Prozess, der durch diese Vorgangsweise in Gang kommt, lässt die Eltern über ihre religöse Situation bewusst nachdenken. Sind Eltern aus der Kirche ausgetreten, übernehmen oft Paten ihren Teil. Dass die Kinder aus dem „Lager“, der Flüchtlingsbetreuungsstelle Thalham, einbezogen werden, ist ganz selbstverständlich.

Bausteine zur Feier


Auch die Kirchenfernen finden trotz anfänglicher Skepsis ihren Platz in der Vorbereitung: „Ich mache ihnen Mut, weil ich überzeugt bin, dass jeder einen Baustein für die Feier hat“, sagt Pachler. Dieses große Vertrauen in die Eltern erzeugt ein positives Klima dem Religiösen gegenüber. „Es gäbe viele erstaunliche Geschichte zu erzählen, wie Eltern aufgetaut sind.“ Schade findet die Religionslehrerin, dass es kaum Möglichkeiten der weiteren Begleitung der Eltern in der Pfarre gibt: „Es geschieht mancher Aufbruch bei den Eltern. Aber der Funke verglüht wieder, weil wir wenig Andockpunkte anbieten können.“
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