Er hatte ein Millionen-publikum in Zeitung, Radio und Fernsehen und wollte doch nie etwas anderes sein als das, was er war: ein Dorfpfarrer. Hermann-Josef Weidinger ist am Sonntag, dem 21. März 2004 86-jährig verstorben.
Sein freundliches Wesen wird den Leuten, die mit ihm als Kräuterpfarrer zu tun hatten, unvergessen bleiben. Er hat aber nie ein Hehl daraus gemacht, dass er nicht bei den Kräutern stehen bleiben möchte. „Die Kräuter sind die Augen Gottes.“ Er wurde nicht müde, das immer und immer wieder zu wiederholen. Wer sich mit den Kräutern beschäftigt, entdeckt, dass Gott uns mit ihrer Hilfe schützen will, erklärte er in einem KIZ-Interview.
Die letzte Kolumne, die Kräuerpfarrer Weidinger wenige Tage vor seinem Tod für die Kronen-Zeitung schrieb, handelt von der „Liebe, einer Gotteskraft“. Die Zeilen wurden zu seinem Vermächtnis: „Die Tugend der Liebe: Sie ist die Königin unter den göttlichen und sittlichen Tugenden, die alle zusammen und jede einzeln ihr Gefolge und ihren Hofstaat bilden“. Wozu er die Leser/innen aufforderte, ist für ihn in neuer Weise Wirklichkeit geworden: „Lassen wir von der Liebe unser Herz durchströmen“.