Am 24. März 1999 startete die Nato ihre Bombenangriffe auf Jugoslawien. Und in den fünf Jahren, die seither vergangen sind, ist es ruhig geworden um den Kosovo. Doch nur bei uns, wie die Gewaltausbrüche zwischen Albanern und Serben in der vergangenen Woche dramatisch gezeigt haben: dutzende Tote, hunderte Verletzte sowie über 20 zerstörte christliche wie muslimische Gotteshäuser. Doch das alles kam nicht überraschend. Der serbisch-orthodoxe Bischof des Kosovo hatte vor zwei Wochen UN-Generalsekretär Annan vor der gefährlichen Lage gewarnt und besseren Schutz der Minderheiten gefordert. Eine Schande ist es vor allem, dass diese „koordinierte Aktion“, wie sie der Sprecher der UN-Polizei im Kosovo bezeichnete, vor den Augen der internationalen Schutztruppe KFOR hatte geschehen konnte. So, als habe niemand seit Srebrenica oder Ruanda etwas gelernt.