Irgendwas muss dran sein“, so beschreibt Josef Bruckmoser, Tageszeitungs-Journalist, in einer Diskussion mit katholischen Journalisten, warum Menschen den Passionsfilm von Mel Gibbson sehen wollen. Oder warum sie dem Papst in der Gebrechlichkeit des Alters Bewunderung entgegenbringen. Sie können es zwar nicht genau sagen, was es ist. Doch in der schnellen Welt ist der alte Papst ein starkes Symbol. Irgendwas muss dran sein an der Kirche überhaupt, meint er, warum Menschen an die Kirche Erwartungen haben – obwohl manchen der Kirchenbeitrag zu hoch und ihre Botschaften zu wenig der Zeit angepasst zu sein scheinen. Irgendwas muss dran sein.
Was dran ist an der Kirche, lässt sich nicht erklären, aber benennen. Die Feier der Karwoche gibt Auskunft über dieses für viele Unbenennbare. Leiden, Tod und Auferstehung Jesu – das ist der Kern der christlichen Botschaft. Das ist dran an der christlichen Botschaft – dass da einer war, der sein Leben für andere gegeben hat.
Das unbestimmte Gefühl, „irgendwas“ müsse dran sein an Glaube und Kirche, ist für viele Menschen zu einer sehr konkreten Sache des Lebens geworden. Mit dem fast aus der Mode gekommenen Wort „Erlösung“ lässt es sich umschreiben. Christen wissen sich erlöst und brauchen daher nicht ständig einer Art Selbsterlösung hinterherlaufen. Da wird die Frage, wie geschickt und zeitgemäß die Boten der Kirche das vermitteln, zweitrangig. Christus selbst ist in diesen Tagen der Prediger. Er steht in der Mitte.