Der Präsident der Bundeswirtschaftskammer ist optimistischer Oberösterreicher, Österreicher und Europäer.
Viele Menschen haben Angst vor der EU-Erweiterung. Mit welchen Argumenten wollen Sie diese Angst abbauen? Leitl: 2003 sind Österreichs Exporte in diese Länder um 1,4 % gestiegen. Damit wurden 10.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Beitrittsländer erleben einen wirtschaftlichen Boom. Die Angst, dass Massen von Arbeitskräften zu uns kommen, ist unbegründet. Niemand verlässt seine Heimat, wenn er dort Arbeit hat. Sein könnte, dass es mehr Grenzpendler gibt. Zum Schutz unserer Bevölkerung gibt es dazu eine siebenjährige Übergangsfrist (bis 2011). Bis dorthin wird die Wirtschaft in den Beitrittsländern stark aufgeholt haben. Im Grenzraum setze ich auf zwischenstaatliche Abkommen. Die sind auch wichtig für die Kleinunternehmer. Sie haben es schwieriger als die Arbeitnehmer. Sie stehen im Wettbewerb, und es wird immer Leute geben, die die günstigeren Angebote jenseits der Grenze nutzen. Doch Kaufkraftabfluss und Kaufkraftzufluss halten sich in den Grenzregionen die Waage. Es kann passieren, dass einzelne Unternehmen subjektiv draufzahlen und andere Vorteile haben. Wir freuen uns mit den Gewinnern, jene, die Schaden haben, werden wir sehr konsequent unterstützen.