Haben Sie nicht eine Arbeit für mich? – Diese Frage hören die Mitarbeiter/innen derCaritas in den Beratungsstellen öfters.
Die Arbeitslosenzahlen steigen und die Zahl der Menschen, die in wirtschaftliche Probleme kommen, steigt mit ihnen. „Gesellschaft und Staat müssen sich auch mit dem Leid der Menschen hinter den Zahlen auseinander setzen, sonst steuern wir auf einen sozialen Kollaps zu“, mahnte Caritas-Direktor Mathias Mühlberger zum Start der Haussammlung. Der Fall einer 42-jährigen allein erziehenden Sekretärin mit einer zwölfjährigen Tochter verdeutlicht, was die Caritas meint:
Ein Auf und Ab, eher ein Ab
Zunächst verdienen beide – ihr Mann und sie. Nach der Geburt der Tochter kann die Frau an die ursprüngliche Arbeitsstelle nicht zurück, denn Teilzeitarbeit ist im Betrieb nicht möglich. Sie findet eine Halbzeitbeschäftigung. Nach Abzug der Fixkosten bleiben pro Person im Monat 640 Euro zum Leben. Die Ehe wird geschieden, die Frau bekommt gesundheitliche Probleme, ist länger krank und wird gekündigt. Nach der „Arbeitslose“ bezieht sie Notstandshilfe. Zum Leben bleiben 197 Euro pro Person. Schließlich findet sie wieder eine Halbtagsanstellung, was kurzfristig diesen Pro-Kopf-Betrag auf 253 Euro erhöht. Die Firma geht aber in Konkurs und das Einkommen sackt wieder ab: 175 Euro!
Die Caritas sagt, es müssten bei einem Zweipersonen-Haushalt mindestens 250 Euro zum Leben bleiben, damit es leistbar ist. Was es heißt, weniger zu haben, spürt die Alleinerzieherin im aufgezeigten Fall: Ihr Schuldenstand wächst, beträgt derzeit 3.000 Euro. Eine notwendige Reparatur der Waschmaschine ist nicht mehr leistbar ... Die Caritas hilft, so gut sie kann, indem sie eine Miete oder eine Reparatur zahlt.